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Ehrenamt vor Ort

Engagement beginnt in der eigenen Stadt

Wer sich engagieren will, braucht eine Tür. In jeder großen Stadt gibt es Stellen, die Freiwillige und Aufgaben zusammenbringen

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 36,7% der Menschen ab 14 Jahren in Deutschland engagieren sich freiwillig, das sind knapp 27 Millionen (Freiwilligensurvey 2024).
  • Der einfachste Weg zum Ehrenamt führt über eine Freiwilligenagentur: Sie berät kostenlos und vermittelt an Vereine, Initiativen und Einrichtungen.
  • Die meisten Engagierten wenden bis zu zwei Stunden pro Woche auf, einmalige Einsätze sind ebenfalls möglich.
  • Ehrenamt ist unbezahlt, Aufwandsentschädigungen bis 960 Euro im Jahr sind seit 2026 steuerfrei.
  • Jede Stadtseite nennt geprüfte Anlaufstellen, die ersten Schritte und die Regeln des jeweiligen Bundeslands.
Engagementquote in den Ländern dieser ReiheAnteil der Menschen ab 14 Jahren, die sich 2024 freiwillig engagieren. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind laut Bericht meist nicht statistisch signifikant. Quelle: Sechster Freiwilligensurvey (FWS 2024), Bundeskanzleramt
  • Hessen40,4%
  • Bayern40,1%
  • Baden-Württemberg40,0%
  • Niedersachsen37,1%
  • Deutschland36,7%
  • Sachsen35,2%
  • Nordrhein-Westfalen33,8%
  • Berlin32,8%
  • Hamburg31,5%
Engagementquote in DeutschlandAnteil der Menschen ab 14 Jahren in Deutschland, die sich 2024 freiwillig engagieren, das sind knapp 27 Millionen Menschen. Quelle: Sechster Freiwilligensurvey (FWS 2024), Bundeskanzleramt
  • Freiwillig engagiert36,7%
  • Nicht engagiert63,3%
Was beim Ehrenamt steuerfrei bleibtStand 2026. Quelle: Einkommensteuergesetz, § 3 Nr. 26 und 26a

Ehrenamtspauschale

Steuerfrei pro Jahr
960 Euro
Bis Ende 2025
840 Euro
Für wen
Nebenberufliche Tätigkeit für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke
Rechtsgrundlage
§ 3 Nr. 26a EStG
Kombinierbar
Nicht für dieselbe Tätigkeit wie die Übungsleiterpauschale

Übungsleiterpauschale

Steuerfrei pro Jahr
3.300 Euro
Bis Ende 2025
3.000 Euro
Für wen
Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer, künstlerische Tätigkeiten, Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen
Rechtsgrundlage
§ 3 Nr. 26 EStG
Kombinierbar
Nicht für dieselbe Tätigkeit wie die Ehrenamtspauschale

Alle Städte im Überblick

Diese Reihe sammelt je Stadt die Anlaufstellen, über die du ein Ehrenamt findest: Freiwilligenagenturen, städtische Portale und etablierte Träger. Jede Seite nennt nur Stellen, deren Angebot wir auf ihrer eigenen Seite geprüft haben, und zeigt die ersten Schritte.

Die Städte

Häufige Fragen zum Ehrenamt

Wie finde ich das richtige Ehrenamt für mich?

Beginn mit drei Fragen an dich selbst: Wie viel Zeit hast du realistisch, was kannst du gut, und mit wem möchtest du arbeiten, etwa mit Kindern, älteren Menschen, Tieren oder in der Natur. Mit diesen Antworten wird jede Suche konkreter. Viele Freiwilligenagenturen bieten dafür kurze Tests oder Quizze an, die Motive und Vorlieben sortieren.

Danach lohnt sich ein Beratungsgespräch. Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen gibt es in Deutschland rund 500 solcher Einrichtungen, die Menschen und Engagement zusammenbringen. Dort kennt man die Organisationen vor Ort und weiß, wo gerade Hilfe gebraucht wird. Die Beratung ist in der Regel kostenlos und unverbindlich.

Probier ein Engagement aus, bevor du dich festlegst. Ein Schnuppertermin oder ein einmaliger Einsatz zeigt dir schnell, ob Aufgabe und Team zu dir passen. Wenn nicht, ist das kein Scheitern, sondern ein Hinweis, wo du weitersuchen kannst.

Wie bewirbt man sich für ein Ehrenamt?

Eine Bewerbung wie für eine Stelle brauchst du meistens nicht. Du meldest dich per Telefon, E-Mail oder über das Kontaktformular einer Engagementdatenbank bei der Organisation oder bei einer Freiwilligenagentur. Sag kurz, was dich an der Aufgabe interessiert und wie viel Zeit du mitbringst.

Oft folgt ein Kennenlerngespräch, bei dem beide Seiten klären, ob es passt. Für Aufgaben mit Kindern und Jugendlichen verlangen viele Träger ein erweitertes Führungszeugnis. Für manche Tätigkeiten, etwa im Rettungsdienst oder in der Hospizarbeit, gibt es eine Schulung vor dem ersten Einsatz.

Frag im Gespräch auch nach Einarbeitung, Ansprechperson und Versicherung. Gute Einsatzstellen beantworten diese Fragen gern, weil sie wissen, dass Freiwillige nur bleiben, wenn sie gut begleitet werden.

Was kann ich ehrenamtlich machen?

Die Auswahl ist groß. Laut Freiwilligensurvey 2024 engagieren sich die meisten Menschen im Sport, danach folgen der soziale Bereich, Kultur und Musik sowie Schule und Kindergarten. Auch Kirche und Religion, Umwelt und Naturschutz, Rettungsdienst und Feuerwehr sowie Jugend- und Bildungsarbeit sind große Felder.

Fast die Hälfte der Engagierten ist in einem Verein aktiv. Daneben gibt es Initiativen, Stiftungen, Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbände und städtische Einrichtungen wie Bibliotheken oder Seniorentreffs. Typische Aufgaben reichen von Hausaufgabenhilfe und Besuchsdiensten über Sprachcafés und Lesepatenschaften bis zur Mitarbeit in einem Vorstand.

Einen eigenen Bereich „Frieden“ kennt der Survey nicht. Friedensarbeit im Alltag steckt aber in vielen Feldern, etwa in Begegnungsprojekten, in der Integration oder in Formaten, die Menschen mit unterschiedlichen Meinungen ins Gespräch bringen.

Wie viel Zeit braucht ein Ehrenamt?

Weniger, als viele denken. Laut Freiwilligensurvey 2024 wenden 53% der Engagierten bis zu zwei Stunden pro Woche für ihre zeitintensivste Tätigkeit auf. 24% kommen auf drei bis fünf Stunden, 19% auf sechs Stunden und mehr.

Fast die Hälfte der Engagierten ist mindestens einmal pro Woche aktiv. Daneben gibt es Einsätze, die nur einen Tag dauern, etwa Aktionstage, Feste oder Sammelaktionen. Sie eignen sich gut, um ein Feld kennenzulernen, bevor du eine feste Aufgabe übernimmst.

Welche Nachteile kann ein Ehrenamt haben?

Ein Ehrenamt kostet Zeit, und die fehlt an anderer Stelle. Wer sich zu viel vornimmt, gerät leicht unter Druck, besonders wenn andere sich auf einen verlassen. Sprich deshalb von Anfang an offen über deine Grenzen und darüber, wie lange du dich binden willst.

Dazu kommen kleinere Kosten, etwa für Fahrten oder Material. Viele Organisationen erstatten Auslagen, frag danach, bevor du startest. Bei Unfällen und Schäden greift oft die gesetzliche Unfallversicherung, etwa wenn du in der Wohlfahrtspflege oder im Auftrag einer Kommune oder Kirchengemeinde tätig bist. Für Engagierte ohne anderen Schutz haben viele Bundesländer Sammelversicherungen abgeschlossen.

Schließlich passt nicht jede Aufgabe zu jedem Menschen. Wenn sich ein Engagement dauerhaft falsch anfühlt, darfst du es beenden. Eine gute Einsatzstelle hilft dir dabei, einen sauberen Abschluss zu finden.

Bekommt man für ein Ehrenamt Geld?

Ein Ehrenamt ist grundsätzlich unentgeltlich. Viele Organisationen zahlen aber eine Aufwandsentschädigung oder erstatten Auslagen wie Fahrtkosten. Seit dem 1. Januar 2026 sind Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, das ist die Ehrenamtspauschale nach § 3 Nr. 26a des Einkommensteuergesetzes.

Für Übungsleiter, Ausbilder, Betreuer, künstlerische Tätigkeiten und die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen gilt die höhere Übungsleiterpauschale von 3.300 Euro im Jahr. Beide Pauschalen lassen sich nicht für dieselbe Tätigkeit kombinieren. Ob und wie viel gezahlt wird, entscheidet die Organisation.

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