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Ehrenamt vor Ort

Ehrenamt in Stuttgart

Von der städtischen Freiwilligenagentur über die Freiwilligenbörse bis zur Bürgerstiftung: So findest du in Stuttgart ein Engagement, das zu dir und deinem Stadtteil passt

Das Wichtigste in Kürze

  • Erste Anlaufstelle ist die städtische Freiwilligenagentur, deren ehrenamtliches Team kostenlos und unverbindlich berät.
  • In der Freiwilligenbörse der Stadt stehen regelmäßig geprüfte Angebote, filterbar nach Stadtteil und Engagement-Feld.
  • In Baden-Württemberg engagieren sich laut Freiwilligensurvey 2024 rund 40,0% der Menschen ab 14 Jahren, bundesweit sind es 36,7%.
  • Stuttgart gibt die Ehrenamtskarte Baden-Württemberg aus, Voraussetzung sind 200 Stunden in zwölf Monaten.
  • Aufwandsentschädigungen sind bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, für Übungsleiter bis 3.300 Euro.
So kommst du in Stuttgart zur EhrenamtskarteQuelle: Landeshauptstadt Stuttgart, Ehrenamtskarte
  1. Stunden prüfen

    Du engagierst dich seit mindestens einem Jahr und warst in den vergangenen zwölf Monaten mindestens 200 Stunden unentgeltlich für eine gemeinwohlorientierte Organisation tätig.

  2. Projektkarte erwägen

    Hast du mindestens 100 Stunden in einem einzelnen Projekt mitgearbeitet, kommt eine Projektkarte infrage. Sie gilt ein Jahr.

  3. Bestätigung holen

    Deine Organisation bestätigt dein Engagement. Diese Bestätigung brauchst du für den Antrag.

  4. Online beantragen

    Den Antrag stellst du online bei der Stadt. Die Karte kommt per Post oder digital über die Ehrenamtskarten-App.

Engagementquote: Baden-Württemberg im VergleichAnteil der Menschen ab 14 Jahren, die sich 2024 freiwillig engagieren, in den Ländern dieser Reihe. Die Unterschiede sind laut Bericht meist nicht statistisch signifikant. Quelle: Sechster Freiwilligensurvey (FWS 2024), Bundeskanzleramt
  • Hessen40,4%
  • Bayern40,1%
  • Baden-Württemberg40,0%
  • Niedersachsen37,1%
  • Deutschland36,7%
  • Sachsen35,2%
  • Nordrhein-Westfalen33,8%
  • Berlin32,8%
  • Hamburg31,5%

Anlaufstellen

AnlaufstelleWas du dort findest
Freiwilligenagentur der Landeshauptstadt StuttgartStädtische Anlaufstelle für Beratung und Vermittlung, getragen von einem ehrenamtlichen Beratungsteam. Sie hilft auch Organisationen, Freiwillige zu gewinnen und gut zu begleiten.
Freiwilligenbörse der Landeshauptstadt StuttgartKostenlose Online-Datenbank der Freiwilligenagentur mit regelmäßig geprüften Angeboten gemeinnütziger Organisationen. Du filterst nach Stadtteil, Engagement-Feld und Zielgruppe.
Bürgerstiftung StuttgartSucht Engagierte für Veranstaltungen und Büroarbeit in ihren Projekten. Dafür gibt es Fahrtkostenzuschuss, Auslagenerstattung, eine Haftpflichtversicherung und Austausch mit anderen.

Wo finde ich ein Ehrenamt in Stuttgart?

Die zentrale Adresse ist die Freiwilligenagentur der Landeshauptstadt, die Menschen berät und vermittelt, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Sie hat sich 2004 aus einer bürgerschaftlichen Initiative heraus gegründet. 2024 wurde sie zum sechsten Mal mit dem Qualitätssiegel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen ausgezeichnet. Das Beratungsteam arbeitet selbst ehrenamtlich und findet im persönlichen Gespräch heraus, welches Engagement in dein Leben passt.

Wer lieber selbst sucht, nutzt die digitale Freiwilligenbörse der Agentur. Einrichtungen, Vereine und Initiativen speisen dort als Netzwerkpartner ihre Angebote in eine gemeinsame Datenbank ein. In der Suchmaske wählst du Stadtteile, Engagement-Felder und die Zielgruppe, für die du dich einsetzen willst, oder du suchst mit eigenen Stichworten. Wer sich noch nicht festgelegt hat, findet unter „Top-Aktuell“ die neuesten Angebote.

Die Börse ist für Engagierte und Einrichtungen kostenlos. Die Freiwilligenagentur prüft alle Angebote regelmäßig, damit Inhalte und Kontaktdaten aktuell sind. Veröffentlicht werden nur Angebote gemeinnütziger Organisationen. Diese registrieren sich über die städtische Plattform MeinServiceStuttgart, und die Agentur gibt jedes Angebot erst nach einer Prüfung frei. So kannst du dich bei Interesse direkt an die Organisation wenden, ohne erst lange nachzuforschen.

Welche Bereiche gibt es?

Die Angebote reichen von Kinderprojekten über die Unterstützung älterer Menschen bis zur Arbeit im eigenen Quartier. Weil viele Einrichtungen ihre Gesuche in dieselbe Datenbank einstellen, erreichen sie eine stadtweite Sichtbarkeit. Für dich heißt das: Du siehst an einem Ort, was in deinem Stadtteil gebraucht wird. Organisationen können beliebig viele Angebote veröffentlichen, die Auswahl wächst also mit dem Netzwerk.

Einen anderen Zugang bietet die Bürgerstiftung Stuttgart. Sie sucht regelmäßig Menschen, die bei Veranstaltungen mit anpacken oder im Projektbüro mitarbeiten. Erwartet werden Teamgeist, Offenheit gegenüber anderen Menschen, Zuverlässigkeit und die Zustimmung zu Leitbild und Zielen der Stiftung. Im Gegenzug erstattet sie Fahrtkosten und Auslagen, versichert dich und lädt dich zu eigenen Veranstaltungen ein.

Auch das Schreiben kann ein Ehrenamt sein. Die Freiwilligenagentur gibt das Magazin w!n heraus, das ein ehrenamtliches Redaktionsteam gestaltet. Es berichtet über neue, etablierte und überraschende Engagement-Möglichkeiten und liegt unter anderem an der Infothek im Rathaus und in den Bürgerbüros aus. Wer neugierig auf die Engagement-Landschaft der Stadt ist, kann in der Redaktion mitmachen.

Wie kann ich mich für Frieden und Verständigung engagieren?

Ein naheliegender Weg ist die Arbeit mit Geflüchteten, denn dort entsteht Verständigung im direkten Kontakt. Die Bürgerstiftung verweist Interessierte für die Flüchtlingsarbeit an eine eigene Koordinationsstelle der Landeshauptstadt, die Ehrenamtliche in diesem Feld qualifiziert. Dort bekommst du Vorbereitung und Ansprechpartner, bevor du Menschen im Alltag begleitest. Das gibt dir Sicherheit, gerade wenn Sprache oder Erfahrungen zunächst trennen.

In der Freiwilligenbörse hilft dir der Filter nach Zielgruppe. Du wählst die Menschen aus, für die du dich einsetzen willst, und siehst dann nur passende Angebote. Auch Quartiersarbeit trägt zu Verständigung bei, weil sie Nachbarn zusammenbringt, die sich sonst kaum begegnen würden. Wer zuhört und vermittelt, stärkt so ganz praktisch das Zusammenleben im Stadtteil. Die Beratung der Freiwilligenagentur hilft dir, ein Angebot zu finden, bei dem Begegnung im Mittelpunkt steht.

Auf W3ltfrieden kannst du zusätzlich eine eigene Friedensmission anlegen oder eine bestehende Mission unterstützen. Eine Mission ist ein überprüfbares Vorhaben mit einer verantwortlichen Person, dessen Verlauf im Missionslogbuch dokumentiert wird. Das kann ein Begegnungsabend im Quartier sein oder ein Projekt, das du gemeinsam mit einer Organisation aus der Freiwilligenbörse angehst. Ob es in deiner Nähe schon Missionen gibt, zeigt dir die Missionsübersicht.

Wie viel Zeit muss ich mitbringen?

Das hängt vom Angebot ab, und du entscheidest mit. Die Freiwilligenagentur legt Wert darauf, dass ein Ehrenamt Freude macht, zu deinen Interessen passt und leicht zu erreichen ist. Deshalb lohnt der Filter nach Stadtteil: Kurze Wege sparen Zeit und machen es leichter, dabeizubleiben. Viele Angebote beschreiben bereits, wie oft und wann Hilfe gebraucht wird. Steht dort nichts dazu, frag bei der Organisation direkt nach.

Bei der Bürgerstiftung sind die Einsätze an Veranstaltungen und Büroarbeiten gebunden. Das eignet sich gut, wenn du dich nicht wöchentlich festlegen, aber punktuell mithelfen willst. Frag nach, welche Termine anstehen und wie viel Vorbereitung sie brauchen. Für die Wege gibt es einen Fahrtkostenzuschuss, Auslagen werden erstattet. So planst du dein Engagement um deinen Alltag herum.

Wichtig ist auch, wie ein Ehrenamt endet. Die Freiwilligenagentur berät Organisationen ausdrücklich dazu, wie sie Freiwillige gut begleiten und mit einem positiven Gefühl verabschieden. Du musst dich also nicht für immer binden, wenn du anfängst. Sprich offen an, wie lange du dabei sein kannst, dann findet sich eine passende Lösung.

Alle Städte

In vier Schritten zum Ehrenamt

  1. Wünsche sortierenÜberleg dir, in welchem Stadtteil, in welchem Feld und für welche Menschen du dich einsetzen möchtest. Genau danach filtert die Freiwilligenbörse.
  2. Börse durchsuchenNutze die Suchmaske oder schau unter „Top-Aktuell“ nach den neuesten Angeboten. Bei Interesse kontaktierst du die Organisation direkt.
  3. Beratung nutzenWenn du unsicher bist, sprich mit dem ehrenamtlichen Beratungsteam der Freiwilligenagentur. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.
  4. AusprobierenVereinbare mit der Organisation einen ersten Einsatz. Danach entscheidest du in Ruhe, ob du dabeibleibst.

Häufige Fragen von Freiwilligen in Stuttgart

Wie bewirbt man sich in Stuttgart als Freiwilliger?

Such dir in der Freiwilligenbörse der Stadt ein oder zwei Angebote heraus. Die Börse ist kostenlos, und die Freiwilligenagentur prüft alle Angebote regelmäßig. Über das Angebot nimmst du direkt Kontakt zur Organisation auf und vereinbarst ein Kennenlernen.

Bist du unsicher, was zu dir passt, hilft das Beratungsteam der Freiwilligenagentur. Es arbeitet selbst ehrenamtlich und berät individuell, kostenlos und unverbindlich. Die Agentur ist 2004 aus einer bürgerschaftlichen Initiative entstanden und wurde 2024 zum sechsten Mal mit dem Qualitätssiegel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen ausgezeichnet.

Was brauchen Freiwillige in Stuttgart?

Vor allem brauchst du Zeit, Verlässlichkeit und Interesse an der Aufgabe. Besondere Vorkenntnisse sind für viele Tätigkeiten nicht nötig, die Einsatzstellen arbeiten dich ein. Ein bestimmtes Alter ist meist nicht vorgeschrieben, für einige Aufgaben gelten aber Mindestalter, etwa 16 oder 18 Jahre. Wichtig ist, dass du ehrlich sagst, wie viel Zeit du hast, damit die Aufgabe zu deinem Alltag passt.

Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, muss in vielen Einrichtungen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Für Tätigkeiten im Rettungsdienst, in der Hospizarbeit oder in der Begleitung von Menschen mit Demenz gibt es oft eine Schulung vor dem ersten Einsatz. In Stuttgart klärt das Beratungsteam der Freiwilligenagentur solche Fragen im Beratungsgespräch mit dir.

Bekommen Freiwillige in Stuttgart Geld?

Ein Ehrenamt ist grundsätzlich unbezahlt, viele Einsatzstellen erstatten aber Auslagen wie Fahrtkosten oder zahlen eine Aufwandsentschädigung. Seit dem 1. Januar 2026 ist eine solche Entschädigung bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, das ist die Ehrenamtspauschale. Wer als Übungsleiter, Betreuer, künstlerisch oder in der Pflege tätig ist, kann die Übungsleiterpauschale von bis zu 3.300 Euro nutzen. Beide Pauschalen gelten nicht für dieselbe Tätigkeit zugleich.

Wie das konkret aussieht, zeigt die Bürgerstiftung Stuttgart: Sie gibt Engagierten einen Fahrtkostenzuschuss und erstattet Auslagen. Im Wahlvorstand gibt es bei Bundestags-, Europa- und Landtagswahlen ein Erfrischungsgeld von mindestens 35 Euro für den Vorsitz und 25 Euro für die übrigen Mitglieder.

Gibt es in Stuttgart eine Ehrenamtskarte?

Ja. Baden-Württemberg führt seine Ehrenamtskarte seit Mitte 2025 schrittweise ein, und Stuttgart gehört zu den ersten Städten, die mitmachen. Du bekommst sie, wenn du dich seit mindestens einem Jahr engagierst und in den vergangenen zwölf Monaten mindestens 200 Stunden freiwillig und unentgeltlich für eine gemeinwohlorientierte Organisation tätig warst. Wer mindestens 100 Stunden in einem einzelnen Projekt mitgearbeitet hat, kann eine Projektkarte bekommen, die ein Jahr gilt.

Den Antrag stellst du online bei der Stadt, dafür brauchst du eine Bestätigung deiner Organisation. Die Karte kommt per Post oder digital über die Ehrenamtskarten-App. Sie berechtigt bei ausgewählten Partnern aus Bildung, Kultur und Sport zu ermäßigtem Eintritt oder zur Teilnahme an Sonderaktionen.

Sind Freiwillige in Stuttgart versichert?

Zuerst greifen die gesetzliche Unfallversicherung und die Versicherungen deines Trägers, etwa wenn du in der Wohlfahrtspflege oder im Auftrag der Stadt tätig bist. Frag beim ersten Gespräch nach, wie deine Einsatzstelle das regelt.

Seit dem 1. Januar 2006 hat das Land Baden-Württemberg zusätzlich Sammelverträge zur Haftpflicht- und Unfallversicherung für Engagierte. Sie schützen vor allem Freiwillige in kleinen Initiativen, Gruppen und Projekten vor den finanziellen Folgen von Sach- und Personenschäden. Die Engagierten zahlen dafür nichts.

Wie würdigt Stuttgart Ehrenamtliche?

Neben der Ehrenamtskarte vergibt Stuttgart zwei eigene Auszeichnungen. Die Ehrenplakette verleiht der Oberbürgermeister jedes Jahr beim Bürgerempfang, über die Vergabe entscheidet der Gemeinderat. Außerdem kann jeder Stadtbezirk jährlich bis zu drei Ehrenmünzen vergeben.

Solche Auszeichnungen beantragt man nicht für sich selbst, sie werden vorgeschlagen. Wenn du jemanden kennst, der sich seit Jahren in deinem Stadtteil einsetzt, frag beim Bezirksamt nach, wie ein Vorschlag funktioniert.

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