Menschen
Frieden hat Gesichter
Frieden entsteht nicht von selbst. Er wurde von Menschen verhandelt, erstritten und vorgelebt, oft gegen großen Widerstand
Das Wichtigste in Kürze
- Diese Reihe stellt elf Menschen vor, die Frieden auf sehr unterschiedliche Weise geprägt haben: als Helfer, Schriftsteller, Politiker, Diplomaten und Anführer gewaltfreier Bewegungen.
- Zehn der elf Porträtierten erhielten den Friedensnobelpreis. Mahatma Gandhi wurde fünfmal nominiert, ausgezeichnet wurde er nie.
- Jedes Porträt beantwortet dieselben fünf Fragen: wer die Person war, wofür sie eintrat, was sie erreichte, welche Kritik es gibt und was bleibt.
- Alle Zitate auf den Porträtseiten sind mit ihrer Fundstelle verlinkt, damit du jedes Wort nachprüfen kannst. Gesammelt stehen sie auf der Seite Zitate über Frieden.
- Staatsamt und Diplomatie5 von 11
- Gewaltfreie Bewegungen2 von 11
- Humanitäre Hilfe und Medizin2 von 11
- Schreiben und Publizistik2 von 11
Bis 1914
- Porträts
- Henry Dunant, Bertha von Suttner
- Mittel
- Hilfsorganisation, Konvention, Roman und Friedensgesellschaft
- Zeitlicher Rahmen
- Großmächte in Europa vor dem Ersten Weltkrieg
1914 bis 1948
- Porträts
- Gustav Stresemann, Carl von Ossietzky, Mahatma Gandhi
- Mittel
- Verträge, Presse und gewaltfreier Widerstand
- Zeitlicher Rahmen
- Zwischenkriegszeit, Diktatur und Kolonialherrschaft
Nach 1948
- Porträts
- Albert Schweitzer, Martin Luther King, Willy Brandt, Nelson Mandela, Kofi Annan, Jimmy Carter
- Mittel
- Spital, Bürgerrechtsbewegung, Ostpolitik, Verhandlungen und Vereinte Nationen
- Zeitlicher Rahmen
- Kalter Krieg, Ende der Kolonialreiche und Vereinte Nationen
- Mit Friedensnobelpreis10 von 11
- Fünfmal nominiert, nie ausgezeichnet (Mahatma Gandhi)1 von 11
Alle Porträts im Überblick
| Person | Lebensdaten | Rolle | Auszeichnung |
|---|---|---|---|
| Henry Dunant | 8. Mai 1828 bis 30. Oktober 1910 | Geschäftsmann, Mitbegründer des Roten Kreuzes und Anreger der Genfer Konvention | Friedensnobelpreis 1901, gemeinsam mit Frédéric Passy |
| Bertha von Suttner | 9. Juni 1843 bis 21. Juni 1914 | Schriftstellerin, Pazifistin und Präsidentin der Österreichischen Friedensgesellschaft | Friedensnobelpreis 1905 |
| Mahatma Gandhi | 2. Oktober 1869 bis 30. Januar 1948 | Anwalt und Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung | Kein Friedensnobelpreis, trotz fünf Nominierungen zwischen 1937 und 1948 |
| Albert Schweitzer | 14. Januar 1875 bis 4. September 1965 | Theologe, Organist, Arzt und Gründer des Spitals in Lambaréné | Friedensnobelpreis 1952, verliehen 1953 |
| Gustav Stresemann | 10. Mai 1878 bis 3. Oktober 1929 | Reichskanzler 1923, Reichsaußenminister von 1923 bis 1929 | Friedensnobelpreis 1926, gemeinsam mit Aristide Briand |
| Carl von Ossietzky | 3. Oktober 1889 bis 4. Mai 1938 | Publizist, Chefredakteur der „Weltbühne“ und Pazifist | Friedensnobelpreis 1935, verliehen 1936 |
| Willy Brandt | 18. Dezember 1913 bis 8. Oktober 1992 | Regierender Bürgermeister von Berlin, Bundeskanzler von 1969 bis 1974 | Friedensnobelpreis 1971 |
| Nelson Mandela | 18. Juli 1918 bis 5. Dezember 2013 | Anwalt, Anführer des ANC und erster demokratisch gewählter Präsident Südafrikas | Friedensnobelpreis 1993, gemeinsam mit Frederik Willem de Klerk |
| Jimmy Carter | 1. Oktober 1924 bis 29. Dezember 2024 | 39. Präsident der Vereinigten Staaten und Gründer des Carter Center | Friedensnobelpreis 2002 |
| Martin Luther King | 15. Januar 1929 bis 4. April 1968 | Baptistenpastor und Anführer der Bürgerrechtsbewegung | Friedensnobelpreis 1964 |
| Kofi Annan | 8. April 1938 bis 18. August 2018 | Siebter Generalsekretär der Vereinten Nationen | Friedensnobelpreis 2001 |
Diese Reihe stellt Menschen vor, die für Frieden gearbeitet haben: in Parlamenten und Verhandlungen, auf der Straße, in Krankenhäusern und Redaktionen. Jedes Porträt folgt denselben fünf Fragen: wer die Person war, wofür sie eintrat, was sie erreichte, welche Kritik es gibt und was bleibt.
Die Porträts
8. Mai 1828 bis 30. Oktober 1910
Henry Dunant
Ein Genfer Geschäftsmann, der nach einer Schlacht Verwundete versorgte und daraus die Idee des Roten Kreuzes und der Genfer Konvention entwickelte
Porträt lesen9. Juni 1843 bis 21. Juni 1914
Bertha von Suttner
Eine Schriftstellerin, die mit einem Roman gegen den Krieg eine ganze Bewegung prägte und 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis erhielt
Porträt lesen2. Oktober 1869 bis 30. Januar 1948
Mahatma Gandhi
Ein Anwalt aus Porbandar, der den gewaltfreien Widerstand zu einer Methode für Millionen machte und damit Bewegungen weit über Indien hinaus prägte
Porträt lesen14. Januar 1875 bis 4. September 1965
Albert Schweitzer
Ein Theologe, Organist und Arzt, der in Afrika ein Spital aufbaute und mit seiner Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben gegen Krieg und Atomwaffen sprach
Porträt lesen10. Mai 1878 bis 3. Oktober 1929
Gustav Stresemann
Der Außenminister der Weimarer Republik, der nach dem Ersten Weltkrieg auf Verhandlungen statt Konfrontation setzte und mit Frankreich den Frieden am Rhein vertraglich sicherte
Porträt lesen3. Oktober 1889 bis 4. Mai 1938
Carl von Ossietzky
Der Journalist, der die geheime Aufrüstung der Weimarer Republik öffentlich machte, die Flucht ablehnte und den Friedensnobelpreis als Gefangener der Nationalsozialisten erhielt
Porträt lesen18. Dezember 1913 bis 8. Oktober 1992
Willy Brandt
Der Bundeskanzler, der mit Gesprächen, Verträgen und einer stummen Geste in Warschau die Entspannung zwischen Ost und West und die Aussöhnung mit den östlichen Nachbarn suchte
Porträt lesen18. Juli 1918 bis 5. Dezember 2013
Nelson Mandela
Ein Anwalt aus dem Ostkap, der nach 27 Jahren Haft ohne Rache regierte und Südafrika den Weg aus der Apartheid in die Demokratie verhandelte
Porträt lesen1. Oktober 1924 bis 29. Dezember 2024
Jimmy Carter
Ein Präsident, der Ägypten und Israel an einen Tisch brachte und danach vier Jahrzehnte lang Wahlen beobachtete, Konflikte vermittelte und Krankheiten bekämpfte
Porträt lesen15. Januar 1929 bis 4. April 1968
Martin Luther King
Ein Pastor aus Atlanta, der zeigte, dass sich Rassentrennung mit Boykotten, Märschen und Reden überwinden lässt, ohne selbst zu Gewalt zu greifen
Porträt lesen8. April 1938 bis 18. August 2018
Kofi Annan
Der erste Generalsekretär aus den eigenen Reihen der Vereinten Nationen, der Menschenrechte über staatliche Souveränität stellte und aus den Fehlern der Organisation Lehren zog
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Häufige Fragen
Was ist ein Friedensstifter?
Ein Friedensstifter ist ein Mensch, der dazu beiträgt, dass Streit beigelegt, Gewalt beendet oder ihr vorgebeugt wird. Das kann am Verhandlungstisch geschehen, in einer Bewegung auf der Straße, in einem Krankenhaus oder mit der Feder.
Die Porträts dieser Reihe zeigen, wie verschieden das aussehen kann: Henry Dunant organisierte Hilfe für Verwundete, Willy Brandt schloss Verträge mit Nachbarstaaten, Martin Luther King führte gewaltfreie Proteste an.
Was sagt die Bibel über Friedensstifter?
In den Seligpreisungen, mit denen die Bergpredigt im Matthäusevangelium beginnt, heißt es: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ So lautet Matthäus 5,9 in der Lutherbibel 2017.
Zwei Menschen in dieser Reihe kamen aus kirchlichen Berufen: Martin Luther King war Baptistenpastor, Albert Schweitzer Theologe. Gandhi nannte die Bergpredigt als eine der Quellen seines Denkens.
Warum steht Mahatma Gandhi in dieser Reihe, obwohl er nie ausgezeichnet wurde?
Gandhi wurde zwischen 1937 und 1948 fünfmal für den Friedensnobelpreis nominiert, verliehen wurde er ihm nie. Spätere Mitglieder des Nobelkomitees haben dieses Versäumnis öffentlich bedauert.
Die Reihe wählt Menschen nach ihrem Wirken für Frieden aus, nicht nach Auszeichnungen. Gandhis Methode des gewaltfreien Widerstands wirkte weit über Indien hinaus, auch auf die Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King.
Welche Menschen haben den Frieden geprägt?
Diese Reihe stellt elf von ihnen vor. In Staatsämtern und in der Diplomatie wirkten Gustav Stresemann, Willy Brandt, Nelson Mandela, Jimmy Carter und Kofi Annan. Gewaltfreie Bewegungen führten Mahatma Gandhi und Martin Luther King an.
Humanitäre Hilfe und Medizin stehen für Henry Dunant und Albert Schweitzer, das geschriebene Wort für Bertha von Suttner und Carl von Ossietzky. Jedes Porträt nennt seine Quellen.
Vom Vorbild zur eigenen Mission
Keine dieser Personen hat allein gehandelt. Was sie verbindet, ist der Schritt vom Anliegen zur Tat. Dieser Schritt ist auch im Kleinen möglich: in einer Nachbarschaft, einer Schule, einem Verein.
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