Ehrenamt vor Ort
Ehrenamt in Frankfurt
Vom Bürgerinstitut über den städtischen Wegweiser bis zur AWO: So findest du in Frankfurt ein Engagement, das zu deinem Alltag und deinen Interessen passt
Das Wichtigste in Kürze
- In Frankfurt engagieren sich nach Schätzung der Stadt rund 230.000 Menschen ehrenamtlich.
- Erste Anlaufstelle ist seit 1992 die Freiwilligenagentur im Bürgerinstitut mit Engagementdatenbank und Beratung nach Termin.
- In Hessen engagieren sich laut Freiwilligensurvey 2024 rund 40,4% der Menschen ab 14 Jahren, bundesweit sind es 36,7%.
- Die hessische E-Card gibt es in Frankfurt ab fünf Stunden pro Woche seit drei Jahren, sie gilt zwei Jahre.
- Aufwandsentschädigungen sind bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, für Übungsleiter bis 3.300 Euro.
1992
Freiwilligenagentur im Bürgerinstitut
Seitdem berät sie Menschen, die sich in Frankfurt engagieren wollen.
2003
Hessen versichert Engagierte
Als erstes Bundesland schließt Hessen Rahmenverträge zur Unfall- und Haftpflichtversicherung für Engagierte ab.
2016
Erster Tag des Engagements
Seither öffnet das Bürgerinstitut einmal im Jahr seine Türen für alle, die vor dem ersten Schritt Fragen haben.
12. September 2026
19. Ehrenamtsmesse im Römer
109 Organisationen nehmen teil, so viele wie nie zuvor.
Frühjahr 2027
Infos zur nächsten Messe
Dann veröffentlicht die Stadt die Informationen zur Ehrenamtsmesse 2027.
Kein Hindernis
- Erstattung von Auslagen wie Fahrtkosten
- Engagement in einer oder mehreren gemeinnützigen Organisationen
- Antrag das ganze Jahr über
Schließt die Karte aus
- Eine pauschale Aufwandsentschädigung, die über die Erstattung von Kosten hinausgeht
- Weniger als fünf Stunden Engagement pro Woche
- Weniger als drei Jahre Engagement in Frankfurt
- Hessen40,4%
- Bayern40,1%
- Baden-Württemberg40,0%
- Niedersachsen37,1%
- Deutschland36,7%
- Sachsen35,2%
- Nordrhein-Westfalen33,8%
- Berlin32,8%
- Hamburg31,5%
Anlaufstellen
| Anlaufstelle | Was du dort findest |
|---|---|
| Freiwilligenagentur des Bürgerinstituts Frankfurt | Seit 1992 Anlaufstelle für alle, die sich in Frankfurt freiwillig engagieren wollen. Mit Engagementdatenbank, persönlicher Beratung und Unterstützung für Organisationen, die mit Freiwilligen arbeiten. |
| Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA), Stadt Frankfurt am Main | Der städtische Wegweiser bündelt Datenbanken für die Ehrenamtssuche und stellt Mentoring-Programme vor, in denen du Menschen begleitest, die neu in der Stadt sind. |
| Ehrenamtsagentur der AWO Frankfurt | Die Arbeiterwohlfahrt vermittelt ehrenamtliche Tätigkeiten und begleitet Helfende mit Einzelveranstaltungen und Kursreihen, die sie nach Möglichkeit kostenfrei anbietet. |
- Bundesland
- Hessen
- Autor
- Johannes Max Harms
Wo finde ich ein Ehrenamt in Frankfurt?
Ein bewährter Einstieg ist die Freiwilligenagentur des Bürgerinstituts, die seit 1992 Menschen berät, die sich in Frankfurt engagieren wollen. In ihrer Engagementdatenbank findest du aktuelle Angebote gemeinnütziger Organisationen. Du kannst dich dort auch als Freiwilliger registrieren und bekommst dann ausführliche Beschreibungen passender Angebote per Mail. Wer lieber redet als sucht, vereinbart einen Termin für ein persönliches Gespräch.
Einen guten Überblick über alle Wege gibt der Online-Wegweiser des Amts für multikulturelle Angelegenheiten. Auf einer Seite nennt er die Ehrenamts-Suchmaschine Hessen, die Engagementdatenbank des Bürgerinstituts, die Ehrenamtsagentur der AWO und die Tätigkeitsbörse der Caritas. Dazu kommt Frankfurt hilft, eine Plattform mit Gesuchen aus der Flüchtlingshilfe. Bei allen Anbietern kannst du dich zu deinem Ehrenamt beraten lassen.
Einmal im Jahr öffnet die Freiwilligenagentur des Bürgerinstituts außerdem ihre Türen zum Tag des Engagements, den es seit 2016 gibt. An diesem Tag beantwortet das Team Fragen, die viele vor dem ersten Schritt zögern lassen. Wo kann ich helfen, reichen meine Kenntnisse, bin ich versichert? Ziel ist, dass das Engagement am Tag danach wirklich beginnen kann. Wer an diesem Tag keine Zeit hat, bekommt dieselben Antworten auch im persönlichen Beratungsgespräch.
Welche Bereiche gibt es?
Die Auswahl ist groß, von sozialer Arbeit über Integration bis zu Kultur, Sport und Nachbarschaft. Die Datenbanken, die der städtische Wegweiser nennt, decken zusammen fast alle Felder ab. Die Ehrenamts-Suchmaschine Hessen reicht dabei über die Stadtgrenze hinaus. Wer ein ganz bestimmtes Thema sucht, kombiniert am besten zwei Datenbanken.
Das Bürgerinstitut selbst ist unter anderem in der Seniorenarbeit, beim Thema Demenz und im Hospizdienst tätig und betreibt Projekte wie ein Sommercafé. Wer dort mitmacht, begleitet oft ältere Menschen im Alltag oder in schwierigen Lebensphasen. Für Organisationen und Vereine bietet das Institut zusätzlich Beratung im Ehrenamtsmanagement. Auch Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden freiwillig einsetzen wollen, finden dort Unterstützung.
Die Arbeiterwohlfahrt ist in Frankfurt in vielen Feldern aktiv, von der Pflege über Kinder- und Jugendarbeit bis zu Stadtteilzentren und Essen auf Rädern. Ehrenamtliches Engagement hat dort nach eigener Aussage einen hohen Stellenwert. Die Begleitangebote für Helfende entwickeln sich aus der Praxis der Einrichtungen, eine feste Jahresplanung gibt es dafür nicht. Es lohnt sich also, die Seite der Ehrenamtsagentur regelmäßig anzuschauen.
Wie kann ich mich für Frieden und Verständigung engagieren?
Besonders nah an der Verständigung zwischen Menschen sind Mentoring-Programme, in denen du jemanden begleitest, der neu in der Stadt ist. Der Wegweiser des Amts für multikulturelle Angelegenheiten nennt dafür drei Programme, die regelmäßig Ehrenamtliche suchen. Dazu gehören Socius vom Evangelischen Regionalverband Frankfurt und Offenbach, die Integrationslotsen der Malteser und das Tandemprogramm von Start with a friend. Aus solchen Begegnungen entstehen oft Freundschaften über Herkunft und Sprache hinweg.
Wer sich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchte, findet bei Frankfurt hilft laufend Gesuche. Für Menschen, die bereits helfen, organisiert das Amt gemeinsam mit der Katholischen Erwachsenenbildung und der Caritas die Inforeihe „Gut zu wissen“. Dort kannst du Fragen stellen, Kontakte knüpfen und andere Engagierte kennenlernen. Gerade im Austausch mit anderen lernst du, auch schwierige Situationen ruhig zu begleiten.
Auf W3ltfrieden kannst du zusätzlich eine eigene Friedensmission anlegen oder eine bestehende Mission unterstützen. Eine Mission ist ein überprüfbares Vorhaben mit einer verantwortlichen Person, dessen Verlauf im Missionslogbuch dokumentiert wird. Das kann ein Sprachtreff sein oder ein Projekt, das du gemeinsam mit einem Mentoring-Programm vor Ort angehst. Ob es in deiner Nähe schon Missionen gibt, zeigt dir die Missionsübersicht.
Wie viel Zeit muss ich mitbringen?
So viel, wie in dein Leben passt, denn den Umfang legst du gemeinsam mit der Einsatzstelle fest. Das Bürgerinstitut bietet ausdrücklich auch die Möglichkeit, sich nur kurzzeitig zu engagieren. Dafür hinterlegst du dein Interesse über das Kontaktformular und wirst in den Verteiler aufgenommen. So erfährst du von Einsätzen, die zeitlich begrenzt sind. Hast du später mehr Luft, kannst du jederzeit in ein regelmäßiges Engagement wechseln.
Mentoring und Tandems brauchen dagegen etwas Beständigkeit. Wer einen Menschen begleitet, der neu in Frankfurt ist, trifft sich in der Regel über mehrere Monate hinweg regelmäßig. Frag vor dem Start, wie lange ein Programm läuft und wie oft Treffen üblich sind. Dann kannst du ehrlich einschätzen, ob es in deinen Alltag passt.
Zur Zeit im Einsatz kommt manchmal Zeit für Fortbildung. Die AWO bietet Helfenden immer wieder Einzelveranstaltungen und Kursreihen an, wo möglich kostenfrei. Solche Termine sind freiwillig, geben dir aber Sicherheit und Kontakt zu anderen. Plane sie ein, wenn du ein Ehrenamt länger ausüben willst.
Quellen
- Bürgerinstitut Frankfurt: Freiwilligenagentur
- Stadt Frankfurt am Main, AmkA: Rund um das Ehrenamt
- Bürgerinstitut Frankfurt: Engagementdatenbank
- Stadt Frankfurt am Main: Ehrenamt in Frankfurt
- Stadt Frankfurt am Main: Ehrenamtsmesse 2026
- Stadt Frankfurt am Main: Ehrenamts-Card (E-Card)
- Hessische Staatskanzlei: Versicherungsschutz im Ehrenamt
- Bundeskanzleramt: Sechster Freiwilligensurvey (FWS 2024), Kurzbericht
- Einkommensteuergesetz, § 3 Nr. 26 und 26a (Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale)
In vier Schritten zum Ehrenamt
- Überblick verschaffenDer Wegweiser des AmkA listet die wichtigsten Datenbanken auf einer Seite. So siehst du schnell, welche Anbieter es gibt.
- In der Datenbank stöbernDie Engagementdatenbank des Bürgerinstituts zeigt aktuelle Angebote. Merke dir zwei oder drei, die dich ansprechen.
- Beratung vereinbarenIm persönlichen Gespräch beim Bürgerinstitut klärst du, was zu dir passt. Einen Termin kannst du online anfragen.
- Einsatzstelle kennenlernenNimm Kontakt zur Organisation auf und schau dir den Einsatzort an. Erst dann entscheidest du, ob du bleibst.
Weitere Städte
- Ehrenamt in StuttgartBaden-WürttembergVon der städtischen Freiwilligenagentur über die Freiwilligenbörse bis zur Bürgerstiftung: So findest du in Stuttgart ein Engagement, das zu dir und deinem Stadtteil passt
- Ehrenamt in DüsseldorfNordrhein-WestfalenVon den Freiwilligenzentralen der Caritas und der Diakonie bis zum städtischen Referat: So findest du in Düsseldorf ein Engagement, das zu deinem Leben passt
Häufige Fragen von Freiwilligen in Frankfurt
Wie bewirbt man sich in Frankfurt als Freiwilliger?
Die Engagementdatenbank der Freiwilligenagentur im Bürgerinstitut gibt dir einen Überblick über Möglichkeiten in Frankfurt. Interessiert dich eine Aufgabe, schickst du der Agentur eine Nachricht und bekommst die Informationen zur Kontaktaufnahme mit der Einrichtung. Vermittelt wird ausschließlich an gemeinnützige oder kommunale Einrichtungen und Initiativen.
Gern berät dich die Agentur auch in einem persönlichen Gespräch, dafür vereinbarst du vorher einen Termin. Danach folgt meist ein Kennenlernen bei der Einsatzstelle, in dem ihr Aufgabe und Zeitrahmen absprecht.
Was brauchen Freiwillige in Frankfurt?
Vor allem brauchst du Zeit, Verlässlichkeit und Interesse an der Aufgabe. Besondere Vorkenntnisse sind für viele Tätigkeiten nicht nötig, die Einsatzstellen arbeiten dich ein. Ein bestimmtes Alter ist meist nicht vorgeschrieben, für einige Aufgaben gelten aber Mindestalter, etwa 16 oder 18 Jahre. Wichtig ist, dass du ehrlich sagst, wie viel Zeit du hast, damit die Aufgabe zu deinem Alltag passt.
Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, muss in vielen Einrichtungen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Für Tätigkeiten im Rettungsdienst, in der Hospizarbeit oder in der Begleitung von Menschen mit Demenz gibt es oft eine Schulung vor dem ersten Einsatz. In Frankfurt klärt die Freiwilligenagentur im Bürgerinstitut solche Fragen im Beratungsgespräch mit dir.
Bekommen Freiwillige in Frankfurt Geld?
Ein Ehrenamt ist grundsätzlich unbezahlt, viele Einsatzstellen erstatten aber Auslagen wie Fahrtkosten oder zahlen eine Aufwandsentschädigung. Seit dem 1. Januar 2026 ist eine solche Entschädigung bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, das ist die Ehrenamtspauschale. Wer als Übungsleiter, Betreuer, künstlerisch oder in der Pflege tätig ist, kann die Übungsleiterpauschale von bis zu 3.300 Euro nutzen. Beide Pauschalen gelten nicht für dieselbe Tätigkeit zugleich.
Wichtig, wenn du die Frankfurter E-Card anstrebst: Sie bekommt nur, wer keine pauschale Aufwandsentschädigung erhält, die über die Erstattung von Kosten hinausgeht. Eine Erstattung von Auslagen wie Fahrtkosten ist dagegen kein Hindernis.
Gibt es in Frankfurt eine Ehrenamtskarte?
Ja, in Hessen heißt sie Ehrenamts-Card, kurz E-Card. Frankfurt legt strengere Regeln an als das Land: Du bekommst sie, wenn du dich seit mindestens drei Jahren mindestens fünf Stunden pro Woche in einer oder mehreren gemeinnützigen Organisationen in Frankfurt engagierst. Eine pauschale Aufwandsentschädigung, die über die Erstattung von Kosten hinausgeht, schließt die Karte aus.
Die E-Card ist zwei Jahre ab Ausstellung gültig und kann das ganze Jahr über beantragt werden. Laut Land gibt es in ganz Hessen über 1.700 Vergünstigungen, etwa bei Veranstaltungen aus Spitzensport und Kultur, in Kinos, Museen, Schwimmbädern und bei Volkshochschulkursen.
Sind Freiwillige in Frankfurt versichert?
Zuerst greifen die gesetzliche Unfallversicherung und die Versicherungen deines Trägers, etwa wenn du in der Wohlfahrtspflege oder im Auftrag der Stadt tätig bist. Frag beim ersten Gespräch nach, wie deine Einsatzstelle das regelt.
Hessen hat als erstes Bundesland schon 2003 Rahmenverträge zur Unfall- und Haftpflichtversicherung für Engagierte abgeschlossen, Partner ist die SV SparkassenVersicherung. Sie gelten für alle, die in Hessen aktiv sind oder deren Engagement von Hessen ausgeht, vor allem in Gruppen ohne eigene Rechtsform. Die Haftpflicht deckt pauschal drei Millionen Euro für Personen- und Sachschäden, die Unfallversicherung bei Invalidität je nach Grad bis zu 150.000 Euro.
Gibt es in Frankfurt eine Ehrenamtsmesse?
Ja. Die 19. Frankfurter Ehrenamtsmesse fand am 12. September 2026 im Römer statt, mit 109 teilnehmenden Organisationen, so vielen wie nie zuvor. Zum Programm gehört ein Ehrenamts-Speeddating, bei dem du in kurzen Gesprächen mehrere Einsatzstellen kennenlernst.
Informationen zur Messe 2027 veröffentlicht die Stadt im Frühjahr 2027. Bis dahin helfen dir die Engagementdatenbank und die Beratung des Bürgerinstituts weiter.
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