Ehrenamt vor Ort
Ehrenamt in Hamburg
In Hamburg beraten Freiwilligenagenturen in den Bezirken und die Sozialbehörde, wer sich engagieren möchte, und zeigen, wo gerade Freiwillige gesucht werden
Das Wichtigste in Kürze
- Auf freiwillig.hamburg findest du mehr als 1.000 Angebote, jedes geprüft und betreut von einer Hamburger Freiwilligenagentur.
- In jedem Bezirk gibt es eine Freiwilligenagentur, die dich kostenlos berät.
- In Hamburg engagieren sich laut Freiwilligensurvey 2024 rund 31,5% der Menschen ab 14 Jahren, bundesweit sind es 36,7%.
- Die Hamburger Engagement-Karte gibt es ab zwei Stunden pro Woche oder 100 Stunden im Jahr, sie gilt zwei Jahre.
- Aufwandsentschädigungen sind bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, für Übungsleiter bis 3.300 Euro.
- Freiwillig engagiert31,5%
- Nicht engagiert68,5%
Stunden zusammenzählen
Du engagierst dich seit mindestens einem Jahr zwei Stunden pro Woche oder 100 Stunden im Jahr. Mehrere Aufgaben und Organisationen dürfen zusammengezählt werden.
Alter und Ort prüfen
Die Karte gibt es ab 16 Jahren, in Einzelfällen ab 15. Du wohnst in Hamburg oder bist dort aktiv.
Online beantragen
Den Antrag stellst du über das Formular der doin‘ good gGmbH. Eine Aufwandsentschädigung im Rahmen der steuerfreien Pauschalen steht ihm nicht entgegen.
Karte in der App nutzen
Die Karte kommt digital in die App und gilt zwei Jahre. Nach 20 Jahren durchgehendem Engagement gilt sie unbefristet.
Was sie abdeckt
- Tätigkeiten, die unmittelbar mit deinem Engagement zusammenhängen
- An- und Abreise zum Einsatz
- Bis zu 175.000 Euro bei Vollinvalidität
- Haftpflicht mit je zwei Millionen Euro für Personen- und Sachschäden
- Gruppen ohne eigene Rechtsform ebenso wie eingetragene Vereinigungen
Wo sie endet
- Die Unfallversicherung gilt für alle, die nicht schon gesetzlich unfallversichert sind
- Die Haftpflicht greift nur, wenn weder Verein noch Organisation noch eine private Haftpflicht zahlt
- Was nicht unmittelbar mit dem Engagement zusammenhängt, ist nicht versichert
Anlaufstellen
| Anlaufstelle | Was du dort findest |
|---|---|
| MITTIG ENGAGIERT (Freiwilligenagentur Hamburg-Mitte) | Berät und vermittelt Menschen, die sich im Bezirk Hamburg-Mitte ehrenamtlich engagieren wollen, und unterstützt Gruppen, Initiativen, Vereine und Organisationen, die Ehrenamtliche suchen. Auf der Seite stehen aktuelle Angebote und Informationen in Leichter Sprache. |
| hamburg.de: Beratung und Vermittlung (Sozialbehörde Hamburg) | Offizielle Seite der Stadt mit Hinweisen zu den Hamburger Freiwilligenagenturen, der gemeinsamen Engagement-Datenbank und einer Checkliste für Interessierte. Dazu gibt es ein kostenloses Faltblatt und ein Heft in Leichter Sprache. |
| Freiwilligenagentur Nord | Berät Freiwillige und Einrichtungen im Bezirk Hamburg-Nord und führt eine Engagement-Datenbank mit ehrenamtlichen Einsatzstellen. Einrichtungen können ihre Gesuche über einen Fragebogen aufnehmen lassen. |
- Bundesland
- Hamburg
- Autor
- Johannes Max Harms
Wo finde ich ein Ehrenamt in Hamburg?
Ein Ehrenamt in Hamburg findest du am besten über die Freiwilligenagentur in deinem Bezirk. Die Agenturen der Bezirke arbeiten dabei eng zusammen, so beschreibt es etwa die Freiwilligenagentur MITTIG ENGAGIERT für Hamburg-Mitte. Die Stadt beschreibt auf hamburg.de, was sie leisten: Sie informieren, beraten und vermitteln passgenaue Tätigkeiten. Die Beratung lohnt sich laut Stadt gerade dann, wenn du noch ganz am Anfang stehst.
Wohnst du in Hamburg-Mitte, ist MITTIG ENGAGIERT deine Anlaufstelle. Das Team berät und vermittelt Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, und zeigt auf seiner Website aktuelle Angebote. Findest du dort nichts Passendes, hilft dir die Beratung, ein Engagement zu finden, das zu dir passt. Außerdem unterstützt die Agentur beim Thema barrierearmes Engagement und bei neuen Projektideen.
Wohnst du im Hamburger Norden, ist die Freiwilligenagentur Nord deine Anlaufstelle. Sie informiert zu allen Fragen rund um das Ehrenamt und hat neben dem Hauptstandort weitere Nebenstandorte. Wenn du schon eine Vorstellung hast, kannst du in ihrer Engagement-Datenbank direkt nach Einsatzstellen suchen. Für ein persönliches Gespräch vereinbarst du einen Termin.
Welche Bereiche gibt es?
Die Bereiche sind so breit wie die Einrichtungen, die in der Engagement-Datenbank der Hamburger Freiwilligenagenturen Freiwillige suchen. Gemeinnützige Vereine und Organisationen tragen dort selbst ein, wo sie Unterstützung brauchen. Du kannst also nach Themen stöbern, statt nur nach bekannten Namen zu suchen. Das ist hilfreich, wenn du noch nicht weißt, welches Feld dich anspricht.
Ein Bereich, den die Stadt auf ihrer Engagement-Seite hervorhebt, ist die Nachbarschaftshilfe. Dort stellt sie Matchmaker vor, die Hilfesuchende und Helfende in Hamburg zusammenbringen, wenn kurzfristig Unterstützung im Alltag gebraucht wird. Ein anderes Beispiel sind Projekte für Schülerinnen und Schüler, die ihr Betriebspraktikum in einer gemeinnützigen Einrichtung machen. Solche Angebote zeigen, wie verschieden Engagement in der Stadt aussehen kann.
Wer lieber ein ganzes Jahr einsteigt, findet auf hamburg.de einen Hinweis auf die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligendienste Hamburg. Ein Freiwilligendienst ist allerdings etwas anderes als ein Ehrenamt neben Beruf oder Ausbildung. Er ist ein fester Einsatz über mehrere Monate mit eigenen Regeln. Lass dich beraten, welche Form zu deiner Lebenslage passt.
Wie kann ich mich für Frieden und Verständigung engagieren?
Für Verständigung engagierst du dich am besten dort, wo Menschen einander im Alltag begegnen, also in Nachbarschaft, Stadtteil und Begegnungsorten. Die Freiwilligenagenturen der Bezirke kennen die Einrichtungen vor Ort, die solche Aufgaben anbieten. Frag gezielt nach Angeboten, bei denen Menschen unterschiedlicher Herkunft oder Generation zusammenkommen. In der Engagement-Datenbank helfen dir Suchbegriffe wie Begegnung, Integration oder Nachbarschaft weiter.
Die Stadt legt Wert darauf, dass Engagement für alle offen ist. Ihr Faltblatt trägt genau diesen Titel und ist auch in einer barrierefreien Fassung erhältlich, und das Heft „Freiwillig helfen in Hamburg“ erklärt das Thema in Leichter Sprache. Wer andere beim Einstieg ins Ehrenamt begleitet, leistet damit selbst einen Beitrag zum Zusammenhalt. Frag deine Agentur, ob sie Freiwillige sucht, die Neue an die Hand nehmen.
Wenn du ein eigenes Vorhaben hast, kannst du es auf W3ltfrieden als Friedensmission anlegen oder eine bestehende Mission unterstützen. Eine Mission beschreibt, was du vorhast, wer verantwortlich ist und wie der Verlauf dokumentiert wird. Ob es in Hamburg schon passende Missionen gibt, siehst du in der Missionsübersicht. Über die Veröffentlichung entscheiden Menschen, kein Bot.
Wie viel Zeit muss ich mitbringen?
Du bestimmst den Umfang selbst, denn Hamburger Einrichtungen suchen sowohl für feste Aufgaben als auch für kurze Einsätze. Die Matchmaker der Nachbarschaftshilfe etwa vermitteln vorübergehende Unterstützung im Alltag, wenn kurzfristig eine helfende Hand gebraucht wird. Das passt zu Menschen, die sich nicht auf einen festen Wochentermin festlegen können. Andere Aufgaben leben gerade davon, dass jemand regelmäßig kommt.
Die Checkliste für Interessierte auf hamburg.de ist ein guter Ort, um das vorher zu klären. Sie hilft dir, deine Vorstellungen zu sortieren, bevor du mit einer Agentur sprichst. Überleg dir dabei, an welchen Tagen du Zeit hast und wie lange du dich binden willst. Mit diesen Antworten kann die Beratung gezielter nach Angeboten suchen.
Rechne am Anfang mit etwas mehr Zeit für Kennenlernen und Einarbeitung. Die Freiwilligenagentur Nord bietet dafür persönliche Termine an, in denen du Fragen stellen kannst. Auch die Einrichtung selbst wird dich in der Regel erst einführen, bevor du allein aktiv wirst. Diese Phase ist wichtig, damit das Ehrenamt auf Dauer gut läuft.
Wer mehr Zeit hat und über ein normales Ehrenamt hinausgehen will, kann sich einen Freiwilligendienst ansehen. Für junge Menschen gibt es in Hamburg außerdem Wege, schon ein Schulpraktikum in einer gemeinnützigen Einrichtung zu machen. So lässt sich Engagement auch früh im Leben ausprobieren. Welche Form du wählst, kannst du später jederzeit ändern.
Quellen
- Stadt Hamburg: Beratung und Vermittlung im freiwilligen Engagement
- Freiwilligenagentur Nord: beraten, vermitteln, vernetzen
- Stadt Hamburg: Ihr Weg ins Ehrenamt mit den Hamburger Freiwilligenagenturen
- freiwillig.hamburg: Kontakt und Freiwilligenagenturen
- Stadt Hamburg: Freiwilliges Engagement
- Stadt Hamburg: Hamburger Engagement-Karte
- Stadt Hamburg: Unfallversicherung für Engagierte
- Bundeskanzleramt: Sechster Freiwilligensurvey (FWS 2024), Kurzbericht
- Einkommensteuergesetz, § 3 Nr. 26 und 26a (Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale)
In vier Schritten zum Ehrenamt
- Checkliste nutzenGeh die Checkliste für Interessierte auf hamburg.de durch, bevor du suchst. Sie hilft dir, dein Interesse und deine Möglichkeiten zu klären.
- Datenbank durchsehenIn der Engagement-Datenbank der Hamburger Freiwilligenagenturen siehst du, wo gerade Helferinnen und Helfer gesucht werden. Merk dir zwei oder drei Angebote, die dich ansprechen.
- Bezirksagentur ansprechenWende dich an die Freiwilligenagentur deines Bezirks, im Norden etwa an die Freiwilligenagentur Nord. Dort kannst du einen persönlichen Termin vereinbaren.
- AusprobierenBeginn mit einem Schnuppertermin, bevor du dich festlegst. So merkst du schnell, ob Aufgabe und Team zu dir passen.
Weitere Städte
- Ehrenamt in BerlinBerlinBerlin hat Freiwilligenagenturen in den Bezirken, eine große Engagementbörse und eine kirchliche Vermittlung, hier findest du die drei wichtigsten Wege zu deinem Ehrenamt
- Ehrenamt in HannoverNiedersachsenVom Freiwilligenzentrum in der Innenstadt über die Angebote der Region bis zur AWO: So findest du in Hannover ein Engagement, das zu deiner Zeit passt
Häufige Fragen von Freiwilligen in Hamburg
Wie bewirbt man sich in Hamburg als Freiwilliger?
Den ersten Überblick bekommst du auf freiwillig.hamburg, dem zentralen Engagementportal der Hamburger Freiwilligenagenturen. Dort stehen mehr als 1.000 Angebote aus ganz Hamburg, jedes wird von einer Agentur geprüft und betreut. Du filterst nach Ort, Zielgruppe, Tätigkeit, Zeit und Form, die Tätigkeitsfelder sind in zwölf Kategorien gegliedert, darunter eine für Tiere.
Hast du ein passendes Angebot gefunden, meldest du dich über das Kontaktformular. Bei offenen Fragen erreichst du das Team auch per Telefon oder E-Mail. Auf der Kontaktseite stehen sieben Agenturen, von altonavi bis zum Freiwilligennetzwerk Harburg, und in jedem Bezirk gibt es eine, die dich kostenlos berät.
Was brauchen Freiwillige in Hamburg?
Vor allem brauchst du Zeit, Verlässlichkeit und Interesse an der Aufgabe. Besondere Vorkenntnisse sind für viele Tätigkeiten nicht nötig, die Einsatzstellen arbeiten dich ein. Ein bestimmtes Alter ist meist nicht vorgeschrieben, für einige Aufgaben gelten aber Mindestalter, etwa 16 oder 18 Jahre. Wichtig ist, dass du ehrlich sagst, wie viel Zeit du hast, damit die Aufgabe zu deinem Alltag passt.
Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, muss in vielen Einrichtungen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Für Tätigkeiten im Rettungsdienst, in der Hospizarbeit oder in der Begleitung von Menschen mit Demenz gibt es oft eine Schulung vor dem ersten Einsatz. In Hamburg klärt die Freiwilligenagentur deines Bezirks solche Fragen im Beratungsgespräch mit dir.
Bekommen Freiwillige in Hamburg Geld?
Ein Ehrenamt ist grundsätzlich unbezahlt, viele Einsatzstellen erstatten aber Auslagen wie Fahrtkosten oder zahlen eine Aufwandsentschädigung. Seit dem 1. Januar 2026 ist eine solche Entschädigung bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, das ist die Ehrenamtspauschale. Wer als Übungsleiter, Betreuer, künstlerisch oder in der Pflege tätig ist, kann die Übungsleiterpauschale von bis zu 3.300 Euro nutzen. Beide Pauschalen gelten nicht für dieselbe Tätigkeit zugleich.
Ein Beispiel ist die Mitarbeit im Wahlvorstand: Alle Mitglieder erhalten in Hamburg eine Aufwandsentschädigung, deren Höhe von der Funktion abhängt und davon, ob am Montag nach der Wahl weiter ausgezählt wird. Für die Engagement-Karte schadet eine Entschädigung im Rahmen der steuerfreien Pauschalen nicht.
Gibt es in Hamburg eine Ehrenamtskarte?
Hamburg vergibt die Engagement-Karte. Du bekommst sie ab 16 Jahren, in Einzelfällen schon ab 15, wenn du dich seit mindestens einem Jahr mindestens zwei Stunden pro Woche oder 100 Stunden im Jahr engagierst. Mehrere Aufgaben und Organisationen dürfen zusammengezählt werden, und du musst in Hamburg wohnen oder dort aktiv sein.
Die Karte gilt zwei Jahre, nach nachweislich 20 Jahren durchgehendem Engagement unbefristet. Sie bringt Vergünstigungen bei öffentlichen, gemeinnützigen und privaten Partnern in Hamburg. Den Antrag stellst du online über das Formular der doin‘ good gGmbH, die Karte gibt es danach digital in der App. Eine Aufwandsentschädigung im Rahmen der steuerfreien Pauschalen steht dem Antrag nicht entgegen.
Sind Freiwillige in Hamburg versichert?
Wer in der Wohlfahrtspflege oder im Auftrag einer Kommune oder Kirchengemeinde tätig ist, ist in der Regel gesetzlich unfallversichert. Für alle, die das nicht sind, hat die Stadt Hamburg eine Sammel-Unfallversicherung abgeschlossen. Sie deckt Tätigkeiten, die unmittelbar mit dem Engagement zusammenhängen, einschließlich An- und Abreise, mit bis zu 175.000 Euro bei Vollinvalidität.
Dazu kommt eine Sammelhaftpflicht mit je zwei Millionen Euro für Personen- und Sachschäden. Sie greift nur, wenn weder Verein noch Organisation noch eine private Haftpflicht den Schaden übernehmen. Versichert sind Engagierte in Gruppen ohne eigene Rechtsform ebenso wie in eingetragenen Vereinigungen.
Wie fördert Hamburg freiwilliges Engagement?
Hamburg unterstützt Engagement nicht nur über die Agenturen. Die Sozialbehörde fördert Freiwilligenprojekte mit bis zu 25.000 Euro, die Förderrichtlinie gilt für das Jahr 2027. Wer selbst ein Projekt anstoßen will, findet die Bedingungen auf der Themenseite der Behörde.
Dazu kommen Treffen für Engagierte. Am 23. Mai 2026 fand das 8. Forum WIR statt, bei dem engagierte Menschen aus der ganzen Stadt zusammenkamen. Die AKTIVOLI-Freiwilligenbörse, seit mehr als 25 Jahren die große Freiwilligenmesse in Norddeutschland, hat 2025 pausiert, weil die Veranstalter an einem neuen Konzept arbeiten.
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