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Ehrenamt vor Ort

Ehrenamt in Dresden

Von der Plattform der Bürgerstiftung bis zur Ehrenamtsbörse im Rathaus: So findest du in Dresden ein Engagement, das zu deiner Zeit und deinen Interessen passt

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Plattform ehrensache.jetzt der Bürgerstiftung vermittelt seit 2019 Ehrenämter in ganz Dresden und wird von der Stadt gefördert.
  • Jedes Inserat dort wird auf Gemeinnützigkeit geprüft, Kontakt läuft direkt über ein Formular.
  • Die 6. Dresdner Ehrenamtsbörse findet am 31. Oktober 2026 im Rathaus statt.
  • Die Sächsische Ehrenamtskarte gibt es ab drei Stunden pro Woche oder 156 Stunden im Jahr seit zwei Jahren.
  • In Sachsen engagieren sich laut Freiwilligensurvey 2024 rund 35,2% der Menschen ab 14 Jahren, bundesweit sind es 36,7%.
Ehrenamt in Dresden: von der Agentur bis zur BörseQuellen: Bürgerstiftung Dresden, Landeshauptstadt Dresden
  1. 2000

    Treffpunkt Hilfsbereitschaft

    Unter diesem Namen wird die Freiwilligenagentur gegründet.

  2. Anfang 2019

    Plattform ehrensache.jetzt startet

    Die Bürgerstiftung startet ihre Online-Plattform, die Stadt fördert sie.

  3. 2025

    Ehrenamtsbörse mit über 2.500 Gästen

    Über 2.500 Besucherinnen und Besucher kommen an die mehr als 70 Stände im Rathaus.

  4. 31. Oktober 2026

    6. Dresdner Ehrenamtsbörse

    Von 10 bis 16 Uhr im Rathaus, Motto „Engagement trifft Nachbarschaft“.

Was du in Dresden vor dem Start klären solltestZusammengefasst aus den Angaben der Einsatzstellen und des Freistaats Sachsen auf dieser Seite

Vor dem Start

  • Zeiten offen absprechen, zu spezielle Vorstellungen lassen manche Vermittlung scheitern
  • Erweitertes Führungszeugnis, wenn du mit Kindern oder Jugendlichen arbeitest
  • Ausbildung für Aufgaben wie die Telefonseelsorge, nach einem bundesweit einheitlichen Lehrplan
  • Versicherung der Einsatzstelle, die Landessammelverträge Sachsens greifen nur nachrangig
  • Aufwandsentschädigung, steuerfrei bis 960 Euro im Jahr
  • Sächsische Ehrenamtskarte ab drei Stunden pro Woche oder 156 Stunden im Jahr, seit zwei Jahren

Anlaufstellen

AnlaufstelleWas du dort findest
Freiwilligenagentur ehrensache.jetzt (Bürgerstiftung Dresden)Beratungs- und Vermittlungsstelle der Bürgerstiftung. Auf ihrer Plattform tragen gemeinnützige Einrichtungen kostenlos Einsatzstellen ein, und du suchst gezielt oder stöberst nach Themen.
Ehrenamtsbörse der Landeshauptstadt DresdenDie Stadtseite zur jährlichen Ehrenamtsbörse im Rathaus, bei der sich Vereine und Initiativen nach Stadtteilen geordnet vorstellen. Dort kommst du direkt mit Engagierten ins Gespräch.
Diakonie DresdenEhrenamt in Altenpflegeheimen, Kitas, der Wohnungsnotfallhilfe, inklusiven Projekten und der Bahnhofsmission. Offene Einsatzstellen veröffentlicht die Diakonie auf ehrensache.jetzt.

Wo finde ich ein Ehrenamt in Dresden?

Der direkteste Weg führt über die Freiwilligenagentur ehrensache.jetzt der Bürgerstiftung Dresden. Sie ist Beratungs- und Vermittlungsstelle zugleich, und ihr wichtigstes Werkzeug ist eine Online-Plattform, die die Bürgerstiftung konzipiert und Anfang 2019 in Dresden gestartet hat. Gemeinnützige Einrichtungen und Initiativen tragen dort kostenlos ihre Einsatzstellen ein. Du kannst gezielt nach einem Thema suchen oder einfach stöbern, was gerade gebraucht wird.

Die Plattform deckt die ganze Stadt ab, die Agentur selbst nennt Orte zwischen Pillnitz, Alaunpark und Pieschen. Wer lieber mit einem Menschen spricht als mit einer Suchmaske, bekommt bei der Freiwilligenagentur auch Beratung. Sie arbeitet in Partnerschaft mit der Landeshauptstadt, die auf ihren Seiten zum bürgerschaftlichen Engagement auf das Angebot verweist.

Einmal im Jahr lohnt sich zusätzlich der Gang ins Rathaus. Zur Dresdner Ehrenamtsbörse, die die Freiwilligenagentur mit Unterstützung der Stadt organisiert, stellen sich Vereine und Initiativen mit eigenen Ständen vor. Die Börse ist nach Stadtteilen gegliedert, du findest also gezielt Angebote in deiner Nähe. Mitmachaktionen an den Ständen zeigen dir, wie sich ein Ehrenamt dort tatsächlich anfühlt.

Welche Bereiche gibt es?

Die Bandbreite reicht von sozialer Arbeit über Bildung und Kultur bis zu Sport und Nachbarschaft. Auf der Plattform von ehrensache.jetzt haben etwa Grundschulen Lesepaten gefunden, ein Literaturfestival Hilfe für Einlass und Gästeführung und ein Sportverein eine Übungsleitung für seine Handballgruppe. Auch ein Klostergarten, ein Schulmuseum und ein Familienzentrum berichten dort von neuen Engagierten. Diese Beispiele stammen aus den Rückmeldungen der Organisationen auf der Startseite der Plattform.

Einen klaren Schwerpunkt auf soziale Arbeit hat die Diakonie Dresden. Ehrenamtliche sind dort in Altenpflegeheimen, Kitas, der Wohnungsnotfallhilfe, inklusiven Projekten und in der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof tätig. Dazu kommen Projekte, die die Diakonie gemeinsam mit anderen trägt, etwa die Ökumenische Telefonseelsorge oder die Ökumenischen Nachtcafés der Kirchgemeinden für wohnungslose und einsame Menschen.

Manche Aufgaben brauchen eine Vorbereitung. Für die Telefonseelsorge werden Ehrenamtliche nach einem bundesweit einheitlichen Lehrplan ausgebildet. Für die meisten Einsätze genügen Zuverlässigkeit und Offenheit, den Rest lernst du vor Ort. Die Diakonie veröffentlicht ihre offenen Einsatzstellen ebenfalls auf ehrensache.jetzt, sodass du alles an einem Ort vergleichen kannst.

Wie kann ich mich für Frieden und Verständigung engagieren?

Am unmittelbarsten engagierst du dich für Verständigung in Projekten, in denen Menschen verschiedener Herkunft und Generationen einander begegnen. Auf der Plattform von ehrensache.jetzt berichtet zum Beispiel der Ausländerrat Dresden, dass er dort Ehrenamtliche gewonnen hat. Eine UNICEF-Arbeitsgruppe hat über die Plattform Mitstreiter für Workshops gefunden, die Kindern ihre Rechte näherbringen. Solche Einsätze fördern ein friedliches Miteinander ganz praktisch, im Alltag.

Eine der jüngsten Ehrenamtsbörsen trug das Motto „Engagement trifft Nachbarschaft“. Das beschreibt gut, worum es bei Verständigung vor Ort geht: um Kontakte im eigenen Stadtteil, auch über Sprachgrenzen hinweg. Zur Börse im Vorjahr kamen Menschen aus der ganzen Stadt und mit vielen verschiedenen Muttersprachen ins Rathaus. Wer mit Menschen in Kontakt kommen will, die neu in der Stadt sind, findet dort passende Vereine.

Auf W3ltfrieden kannst du zusätzlich eine eigene Friedensmission anlegen oder eine bestehende Mission unterstützen. Eine Mission ist ein überprüfbares Vorhaben mit einer verantwortlichen Person, dessen Verlauf im Missionslogbuch dokumentiert wird. Das kann ein Gesprächskreis im Stadtteil sein oder ein Projekt, das du gemeinsam mit einem Verein vor Ort angehst. Ob es in deiner Nähe schon Missionen gibt, zeigt dir die Missionsübersicht.

Wie viel Zeit muss ich mitbringen?

Du bestimmst den Umfang selbst, von wenigen Stunden im Monat bis zu mehreren Vormittagen in der Woche. Eine Kita beschreibt auf der Plattform von ehrensache.jetzt, wie unterschiedlich das aussehen kann. Berufstätige kommen dort fast jede Woche für zwei Stunden, eine Rentnerin und eine Studentin einmal für einen Vormittag, eine weitere Person dreimal pro Woche. Die Einsatzstellen geben in der Regel an, zu welchen Zeiten sie Hilfe brauchen.

Saisonale oder einmalige Einsätze sind ein guter Einstieg, wenn dein Kalender voll ist. Die Ökumenischen Nachtcafés etwa öffnen nur von November bis März, und ein Festival braucht Helfende nur an wenigen Tagen. So lernst du ein Feld kennen, ohne dich langfristig zu binden. Passt es, kannst du später mehr übernehmen.

Wichtiger als die Stundenzahl ist, dass deine Zusage verlässlich ist. Eine Organisation schreibt auf der Plattform, dass nicht jede Vermittlung klappt, weil Interessierte sehr spezielle zeitliche Vorstellungen haben. Sprich deine Möglichkeiten deshalb offen an, bevor du anfängst. Dann kann die Einsatzstelle planen, und du gehst mit einem guten Gefühl in die ersten Wochen.

Alle Städte

In vier Schritten zum Ehrenamt

  1. Interessen klärenÜberleg dir, für wen du dich einsetzen willst und wie viel Zeit im Monat realistisch ist. Das macht die Suche auf der Plattform deutlich kürzer.
  2. Plattform durchsuchenAuf dresden.ehrensache.jetzt findest du Einsatzstellen aus der ganzen Stadt. Du kannst konkret suchen oder dich von den Angeboten anregen lassen.
  3. Zur Ehrenamtsbörse gehenDie Börse im Rathaus ist nach Stadtteilen gegliedert. So lernst du Vereine aus deinem Wohnumfeld persönlich kennen, bevor du dich festlegst.
  4. Kontakt aufnehmenMelde dich bei der Einsatzstelle und vereinbare ein erstes Treffen. Dabei klärt ihr Aufgaben, Zeiten und wer dich am Anfang begleitet.

Häufige Fragen von Freiwilligen in Dresden

Wie bewirbt man sich in Dresden als Freiwilliger?

Am einfachsten über die Plattform ehrensache.jetzt der Bürgerstiftung Dresden. Sie wurde Anfang 2019 gestartet, wird von der Landeshauptstadt gefördert und vermittelt Ehrenämter stadtweit. Das Team prüft jedes Inserat darauf, ob die Einrichtung gemeinnützig ist und ob es sich wirklich um ein Ehrenamt handelt. Über Kontaktformulare verbindest du dich direkt mit der Einsatzstelle.

Wenn du lieber erst sprechen möchtest, bietet die Freiwilligenagentur Beratung von Montag bis Freitag zwischen 9 und 16 Uhr nach vorheriger Anmeldung an. Die Agentur wurde im Jahr 2000 als „Treffpunkt Hilfsbereitschaft“ gegründet.

Was brauchen Freiwillige in Dresden?

Vor allem brauchst du Zeit, Verlässlichkeit und Interesse an der Aufgabe. Besondere Vorkenntnisse sind für viele Tätigkeiten nicht nötig, die Einsatzstellen arbeiten dich ein. Ein bestimmtes Alter ist meist nicht vorgeschrieben, für einige Aufgaben gelten aber Mindestalter, etwa 16 oder 18 Jahre. Wichtig ist, dass du ehrlich sagst, wie viel Zeit du hast, damit die Aufgabe zu deinem Alltag passt.

Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, muss in vielen Einrichtungen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Für Tätigkeiten im Rettungsdienst, in der Hospizarbeit oder in der Begleitung von Menschen mit Demenz gibt es oft eine Schulung vor dem ersten Einsatz. In Dresden klärt die Freiwilligenagentur ehrensache.jetzt solche Fragen im Beratungsgespräch mit dir.

Bekommen Freiwillige in Dresden Geld?

Ein Ehrenamt ist grundsätzlich unbezahlt, viele Einsatzstellen erstatten aber Auslagen wie Fahrtkosten oder zahlen eine Aufwandsentschädigung. Seit dem 1. Januar 2026 ist eine solche Entschädigung bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, das ist die Ehrenamtspauschale. Wer als Übungsleiter, Betreuer, künstlerisch oder in der Pflege tätig ist, kann die Übungsleiterpauschale von bis zu 3.300 Euro nutzen. Beide Pauschalen gelten nicht für dieselbe Tätigkeit zugleich.

Eine feste Entschädigung gibt es zum Beispiel im Wahldienst. Dresden zahlt Wahlvorstehenden 90 Euro im Wahllokal und 75 Euro in der Briefwahl, Beisitzenden 60 oder 55 Euro. Bei Europa- und Kommunalwahlen kommt ein Bonus von 50 Euro dazu.

Gibt es in Dresden eine Ehrenamtskarte?

Ja, Dresden nimmt an der Sächsischen Ehrenamtskarte teil. Du bekommst sie, wenn du in Sachsen wohnst oder dich dort engagierst, und zwar seit mindestens zwei Jahren durchschnittlich mindestens drei Stunden pro Woche oder 156 Stunden im Jahr. Das Mindestalter liegt bei 14 Jahren für die Karte auf Papier, mit Einwilligung der Eltern, und bei 16 Jahren für den Antrag über die App.

Die aktuelle Auflage gilt vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2027. Die Vergünstigungen sind für alle Inhaber gleich, egal wo sie wohnen oder in welchem Bereich sie aktiv sind. In Dresden stellst du oder deine Organisation den Antrag bei der Gemeinde deines Hauptwohnsitzes.

Sind Freiwillige in Dresden versichert?

Zuerst greifen die gesetzliche Unfallversicherung und die Versicherungen deines Trägers. Laut Freistaat liegt die Hauptverantwortung beim jeweiligen Verein, der Kommune oder der Organisation. Frag beim ersten Gespräch nach, wie deine Einsatzstelle das regelt.

Ergänzend hat der Freistaat Sachsen Landessammelverträge zur Unfall- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Sie schützen vor allem Engagierte in Gruppen ohne eigene Rechtsform oder Menschen, die sonst keinen Schutz hätten, und kommen nur nachrangig zur Anwendung. Wenn doch einmal etwas passiert, nennt die Landesseite den Weg für die Schadenmeldung.

Gibt es in Dresden eine Ehrenamtsbörse?

Ja. Die 6. Dresdner Ehrenamtsbörse findet am 31. Oktober 2026 von 10 bis 16 Uhr im Rathaus statt, Motto ist „Engagement trifft Nachbarschaft“. Im Jahr davor kamen über 2.500 Besucherinnen und Besucher an die mehr als 70 Stände. Vereine und Initiativen stellen sich dort nach Stadtteilen geordnet vor.

Für langjährig Engagierte vergeben Stadt und Bürgerstiftung jedes Jahr den Dresdner Ehrenamtspass. Voraussetzung sind ein Alter ab 16 Jahren, ein Engagement seit mindestens einem halben Jahr in der Organisation und keine pauschale Aufwandsentschädigung. Überreicht wird er beim Sommerempfang des Oberbürgermeisters.

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