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Ehrenamt vor Ort

Ehrenamt in Düsseldorf

Von den Freiwilligenzentralen der Caritas und der Diakonie bis zum städtischen Referat: So findest du in Düsseldorf ein Engagement, das zu deinem Leben passt

Das Wichtigste in Kürze

  • In Düsseldorf setzen sich nach Angaben der Stadt über 80.000 Menschen unentgeltlich ein.
  • Die Stadt verweist für die Suche auf fünf Anlaufstellen, darunter die Caritas-Freiwilligenagentur impuls und MachMit der Diakonie.
  • Anfang November 2026 geht die digitale Ehrenamtslandschaft der Stadt online.
  • Die Ehrenamtskarte NRW gibt es in Düsseldorf über das Rathaus, Voraussetzung sind vier Stunden pro Woche oder 200 Stunden im Jahr.
  • In Nordrhein-Westfalen engagieren sich laut Freiwilligensurvey 2024 rund 33,8% der Menschen ab 14 Jahren, bundesweit sind es 36,7%.
Was für die Ehrenamtskarte NRW in Düsseldorf zähltQuellen: Landeshauptstadt Düsseldorf, Engagiert in NRW

Voraussetzungen und Vorteile

  • Durchschnittlich mindestens vier Stunden pro Woche oder 200 Stunden im Jahr
  • Aufwandsentschädigung höchstens 960 Euro im Jahr, bei Übungsleitern 3.300 Euro
  • Zuständig ist das Referat für bürgerschaftliches Engagement im Büro des Oberbürgermeisters
  • Mindestdauer und Gültigkeit legt die Stadt fest, frag dort nach dem aktuellen Stand
  • Vergünstigungen landesweit, etwa in Museen, Schwimmbädern, Kinos, Theatern und bei Volkshochschulkursen
Was beim Ehrenamt steuerfrei bleibtStand 2026. Quelle: Einkommensteuergesetz, § 3 Nr. 26 und 26a

Ehrenamtspauschale

Steuerfrei pro Jahr
960 Euro
Bis Ende 2025
840 Euro
Für wen
Nebenberufliche Tätigkeit für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke
Rechtsgrundlage
§ 3 Nr. 26a EStG
Kombinierbar
Nicht für dieselbe Tätigkeit wie die Übungsleiterpauschale

Übungsleiterpauschale

Steuerfrei pro Jahr
3.300 Euro
Bis Ende 2025
3.000 Euro
Für wen
Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer, künstlerische Tätigkeiten, Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen
Rechtsgrundlage
§ 3 Nr. 26 EStG
Kombinierbar
Nicht für dieselbe Tätigkeit wie die Ehrenamtspauschale
Wie viele Menschen sich in Nordrhein-Westfalen engagierenAnteil der Menschen ab 14 Jahren in Nordrhein-Westfalen, die sich 2024 freiwillig engagieren, bundesweit sind es 36,7%. Quelle: Sechster Freiwilligensurvey (FWS 2024), Bundeskanzleramt
  • Freiwillig engagiert33,8%
  • Nicht engagiert66,2%

Anlaufstellen

AnlaufstelleWas du dort findest
Caritas Freiwilligenagentur impuls DüsseldorfBerät Menschen, die sich engagieren wollen, vermittelt sie und begleitet sie während der Tätigkeit. Für Schüler, junge Menschen unter 30, Pfarrgemeinden und einzelne Stadtteile gibt es eigene Ansprechpartner.
Ehrenamt in Düsseldorf (Landeshauptstadt Düsseldorf)Das Referat für bürgerschaftliches Engagement im Büro des Oberbürgermeisters berät Vereine, gibt die NRW-Ehrenamtskarte aus und organisiert alle zwei Jahre die Düsseldorfer Ehrenamtsmesse.
MachMit, die Freiwilligenzentrale der Diakonie DüsseldorfBerät persönlich, telefonisch oder digital und bietet mit dem Ehrenamtsfinder eine Suche nach ausgewählten, aktuellen Angeboten. Dazu kommt ein regelmäßiges Fortbildungsprogramm für Engagierte.

Wo finde ich ein Ehrenamt in Düsseldorf?

Die beiden wichtigsten Anlaufstellen sind die Caritas-Freiwilligenagentur impuls und MachMit, die Freiwilligenzentrale der Diakonie. Beide arbeiten unter dem Namen „Wir für Düsseldorf“ zusammen und werden von der Stadt gefördert. Sie beraten Menschen, die sich engagieren möchten, vermitteln passende Einsätze und begleiten Ehrenamtliche während ihrer Tätigkeit. Welche der beiden du wählst, hängt eher von deinem Geschmack ab als vom Angebot.

Bei impuls kannst du dich in der Kontaktstelle im Sozialen Zentrum persönlich beraten lassen, nach vorheriger Terminvereinbarung. Für bestimmte Gruppen gibt es eigene Ansprechpartner, etwa für Schüler im Projekt „Jugend engagiert sich“, für junge Menschen unter 30 und für das Ehrenamt in Pfarrgemeinden. Auch für die Stadtteile Eller, Oberbilk und Rath sind eigene Zuständige benannt. So landest du schnell bei jemandem, der dein Umfeld kennt.

MachMit berät dich persönlich, telefonisch oder digital. Wer schon weiß, in welchem Bereich er sich engagieren möchte, sucht selbst im Ehrenamtsfinder, der ausgewählte und aktuelle Angebote zeigt. Die Stadt selbst hat im Büro des Oberbürgermeisters ein Referat für bürgerschaftliches Engagement, das auf ihrer Ehrenamtsseite weitere Träger nennt. Dazu gehören die Initiative Ehrenamt der Arbeiterwohlfahrt, Duesseldorf-aktiv.net und der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer.

Welche Bereiche gibt es?

Die Auswahl ist breit, von sozialen Diensten über Kultur und Sport bis zu Umwelt und Tierschutz. Allein MachMit nennt rund 200 Tätigkeiten, von der Evangelischen Tafelausgabe über Sprachtandems bis zum Märchenerzählen in der Kita. Ein Beispiel aus dem Angebot ist die Theke eines Theaters, an der Ehrenamtliche mit Frauen aus einem Beschäftigungsprojekt den Service stemmen. Einen Überblick gibt der Ehrenamtskatalog, den MachMit regelmäßig neu herausgibt.

Die Stadt bietet über ihr Amt für Soziales und Jugend eigene Aufgaben an. Du kannst etwa als „Leihoma“ oder „Leihopa“ Familien entlasten, als Spielplatzpate auf einen Spielplatz achten oder im Angebot „Gemeinsam für Seniorinnen und Senioren“ ältere Menschen begleiten. In den „zentren plus“, etwa in Derendorf-Golzheim, kommen ältere Menschen zu Frühstück, Vorträgen, Gesang und Bewegung zusammen, auch dort werden Engagierte gebraucht.

Wie vielfältig das aussieht, zeigt die städtische Kampagne „Düsseldorf engagiert sich“. Auf Plakaten, in Filmen und Podcasts erzählen Ehrenamtliche von ihrem Einsatz. Die Porträts reichen von einem Gemeinschaftsgarten über einen Fußballverein und die Freiwillige Feuerwehr bis zum Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes. Wer sich dort umschaut, bekommt oft die erste Idee für das eigene Feld.

Wie kann ich mich für Frieden und Verständigung engagieren?

Ein direkter Weg führt über Projekte mit und für geflüchtete Menschen. Bei impuls gibt es dafür eine eigene Ansprechpartnerin aus der Aktion Neue Nachbarn, der Integrationsarbeit der Caritas. Dazu kommen Welcome Points in Oberbilk und Rath, an denen sich Nachbarn aus verschiedenen Ländern begegnen. Solche Orte machen Verständigung im Alltag möglich, ohne großes Programm.

Auch Sprache verbindet. MachMit vermittelt Sprachtandems, in denen zwei Menschen voneinander lernen und sich dabei kennenlernen. Für Ehrenamtliche bietet die Freiwilligenzentrale zudem Fortbildungen an, in denen es um Empathie, Selbst- und Menschenkenntnis und um Kommunikation in herausfordernden Situationen und Konflikten geht. Wer so vorbereitet ist, kann Spannungen gelassener begegnen, im Ehrenamt wie im eigenen Umfeld.

Auf W3ltfrieden kannst du zusätzlich eine eigene Friedensmission anlegen oder eine bestehende Mission unterstützen. Eine Mission ist ein überprüfbares Vorhaben mit einer verantwortlichen Person, dessen Verlauf im Missionslogbuch dokumentiert wird. Das kann ein Sprachcafé sein oder ein Projekt, das du gemeinsam mit einem Welcome Point angehst. Ob es in deiner Nähe schon Missionen gibt, zeigt dir die Missionsübersicht.

Wie viel Zeit muss ich mitbringen?

Den zeitlichen Rahmen stimmst du mit der Einrichtung ab, und die Freiwilligenzentralen helfen dir, ein realistisches Maß zu finden. Manche Aufgaben laufen zu festen Zeiten, etwa eine Theatertheke zu den Vorstellungen oder eine Tafelausgabe an bestimmten Tagen. Andere, wie ein Sprachtandem, verabredest du frei. Im Beratungsgespräch klärst du, was zu deinem Alltag passt.

Wer wenig Zeit hat, kann mit einem überschaubaren Einsatz beginnen. Das Ehrenamt des Monats, das MachMit regelmäßig vorstellt, gibt dir einen schnellen Eindruck, wie ein Einsatz konkret aussieht. Für Schüler und junge Menschen gibt es bei impuls eigene Wege, die sich mit Schule oder Ausbildung verbinden lassen. Später kannst du dein Engagement jederzeit ausweiten.

Etwas Zeit lohnt sich auch für Fortbildung. MachMit veröffentlicht halbjährlich ein Programm mit Seminaren und Vorträgen, für das du dich per Mail anmeldest. Über das Referat für bürgerschaftliches Engagement gibt die Stadt außerdem die NRW-Ehrenamtskarte aus, dort erfährst du auch die Voraussetzungen. Und alle zwei Jahre zeigt die Ehrenamtsmesse, welche neuen Möglichkeiten es gibt.

Alle Städte

In vier Schritten zum Ehrenamt

  1. Freiwilligenzentrale wählenCaritas und Diakonie arbeiten unter dem Namen „Wir für Düsseldorf“ zusammen. Du kannst dich an die Stelle wenden, die dir näher liegt.
  2. Im Ehrenamtsfinder stöbernWenn du schon weißt, was dich interessiert, suchst du im Ehrenamtsfinder von MachMit direkt nach passenden Angeboten.
  3. Beratung vereinbarenBist du noch unentschieden, hilft ein Beratungsgespräch. Bei impuls vereinbarst du dafür vorab einen Termin.
  4. Einsatz beginnenNimm Kontakt zur Einrichtung auf und lerne sie kennen. Die Freiwilligenzentralen begleiten dich auch nach dem Start.

Häufige Fragen von Freiwilligen in Düsseldorf

Wie bewirbt man sich in Düsseldorf als Freiwilliger?

Die Stadt nennt fünf Stellen, über die du dein Ehrenamt findest: die „Initiative Ehrenamt“ der Arbeiterwohlfahrt, die Caritas-Freiwilligenagentur impuls, MachMit, die Freiwilligenzentrale der Diakonie, Duesseldorf-aktiv.net und den Sozialdienst katholischer Frauen und Männer. Du meldest dich dort, lässt dich beraten und bekommst passende Einsatzstellen vorgeschlagen.

Ein eigenes städtisches Portal gibt es noch nicht, die digitale Ehrenamtslandschaft der Stadt soll Anfang November 2026 online gehen. Das Amt für Soziales und Jugend sucht außerdem selbst Ehrenamtliche, etwa als Leihoma und Leihopa, als Spielplatzpaten oder für das Angebot „Gemeinsam für Seniorinnen und Senioren“.

Was brauchen Freiwillige in Düsseldorf?

Vor allem brauchst du Zeit, Verlässlichkeit und Interesse an der Aufgabe. Besondere Vorkenntnisse sind für viele Tätigkeiten nicht nötig, die Einsatzstellen arbeiten dich ein. Ein bestimmtes Alter ist meist nicht vorgeschrieben, für einige Aufgaben gelten aber Mindestalter, etwa 16 oder 18 Jahre. Wichtig ist, dass du ehrlich sagst, wie viel Zeit du hast, damit die Aufgabe zu deinem Alltag passt.

Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, muss in vielen Einrichtungen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Für Tätigkeiten im Rettungsdienst, in der Hospizarbeit oder in der Begleitung von Menschen mit Demenz gibt es oft eine Schulung vor dem ersten Einsatz. In Düsseldorf klärt jede der fünf Anlaufstellen solche Fragen im Beratungsgespräch mit dir.

Bekommen Freiwillige in Düsseldorf Geld?

Ein Ehrenamt ist grundsätzlich unbezahlt, viele Einsatzstellen erstatten aber Auslagen wie Fahrtkosten oder zahlen eine Aufwandsentschädigung. Seit dem 1. Januar 2026 ist eine solche Entschädigung bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, das ist die Ehrenamtspauschale. Wer als Übungsleiter, Betreuer, künstlerisch oder in der Pflege tätig ist, kann die Übungsleiterpauschale von bis zu 3.300 Euro nutzen. Beide Pauschalen gelten nicht für dieselbe Tätigkeit zugleich.

Für die Ehrenamtskarte NRW ist das wichtig: Die Stadt schreibt, dass eine Aufwandsentschädigung den Betrag von 960 Euro im Jahr, bei Übungsleitern 3.300 Euro, nicht überschreiten darf. Bis zu diesen Grenzen kannst du die Karte trotz Entschädigung bekommen.

Gibt es in Düsseldorf eine Ehrenamtskarte?

Ja, Düsseldorf gehört zu den Kommunen, die die Ehrenamtskarte NRW ausgeben, zuständig ist das Referat für bürgerschaftliches Engagement im Büro des Oberbürgermeisters. Das Land nennt als Voraussetzung ein Engagement von durchschnittlich mindestens vier Stunden pro Woche oder 200 Stunden im Jahr. Wie lange du schon dabei sein musst und wie lange die Karte gilt, legt jede Kommune selbst fest, frag deshalb bei der Stadt nach dem aktuellen Stand.

Eine Aufwandsentschädigung ist erlaubt, solange sie die steuerfreien Pauschalen von 960 Euro oder 3.300 Euro nicht übersteigt. Mit der Karte bekommst du landesweit Vergünstigungen, laut Land etwa reduzierte Eintrittspreise für Museen, Schwimmbäder und andere öffentliche Freizeiteinrichtungen sowie Rabatte bei Volkshochschulkursen, in Kinos und Theatern.

Sind Freiwillige in Düsseldorf versichert?

Zuerst greifen die gesetzliche Unfallversicherung und die Versicherungen deines Trägers, etwa wenn du in der Wohlfahrtspflege oder im Auftrag der Stadt tätig bist. Frag beim ersten Gespräch nach, wie deine Einsatzstelle das regelt.

Für alle anderen hat das Land Nordrhein-Westfalen eine Haftpflicht-Sammelversicherung abgeschlossen. Sie gilt auch, wenn dein Engagement von NRW ausgeht und in einem anderen Bundesland oder im Ausland stattfindet, und auch dann, wenn du eine Aufwandsentschädigung bekommst. Dazu kommt ein Unfallschutz des Landes, der nachrangig greift, wenn weder gesetzliche Unfallversicherung noch eine Versicherung deines Trägers besteht.

Gibt es in Düsseldorf eine Ehrenamtsmesse?

Ja. Die Förderung bürgerschaftlichen Engagements im Büro des Oberbürgermeisters organisiert alle zwei Jahre die Düsseldorfer Ehrenamtsmesse und dazu Dankeschön-Aktionen für Ehrenamtliche. Den Termin der nächsten Messe veröffentlicht die Stadt auf ihrer Seite zum Ehrenamt.

Schon vorher gibt es eine Gelegenheit: Vom 19. November bis zum 22. Dezember 2026 stellt in der Ehrenamtsweihnachtshütte gegenüber dem Rathauseingang jeden Tag ein anderer Verein oder eine andere Organisation ihr Engagement vor.

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