Ehrenamt vor Ort
Ehrenamt in Berlin
Berlin hat Freiwilligenagenturen in den Bezirken, eine große Engagementbörse und eine kirchliche Vermittlung, hier findest du die drei wichtigsten Wege zu deinem Ehrenamt
Das Wichtigste in Kürze
- Der Weg zum Ehrenamt in Berlin führt über die Freiwilligenagenturen der Bezirke, die LAGFA Berlin zählt 15 Mitglieder.
- Konkrete Angebote aus allen Agenturen findest du auf der Berliner Engagementplattform der LAGFA, das alte Portal bürgeraktiv ist abgeschaltet.
- In Berlin engagieren sich laut Freiwilligensurvey 2024 rund 32,8% der Menschen ab 14 Jahren, bundesweit sind es 36,7%.
- Ab 200 Stunden im Jahr gibt es die Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg, drei Jahre gültig, mit Vergünstigungen bei über 500 Partnern.
- Aufwandsentschädigungen sind bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, für Übungsleiter bis 3.300 Euro.
- Hessen40,4%
- Bayern40,1%
- Baden-Württemberg40,0%
- Niedersachsen37,1%
- Deutschland36,7%
- Sachsen35,2%
- Nordrhein-Westfalen33,8%
- Berlin32,8%
- Hamburg31,5%
Ehrenamtspauschale
- Steuerfrei pro Jahr
- 960 Euro
- Bis Ende 2025
- 840 Euro
- Für wen
- Nebenberufliche Tätigkeit für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke
- Rechtsgrundlage
- § 3 Nr. 26a EStG
- Kombinierbar
- Nicht für dieselbe Tätigkeit wie die Übungsleiterpauschale
Übungsleiterpauschale
- Steuerfrei pro Jahr
- 3.300 Euro
- Bis Ende 2025
- 3.000 Euro
- Für wen
- Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer, künstlerische Tätigkeiten, Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen
- Rechtsgrundlage
- § 3 Nr. 26 EStG
- Kombinierbar
- Nicht für dieselbe Tätigkeit wie die Ehrenamtspauschale
Was du klären solltest
- Erweitertes Führungszeugnis, wenn du mit Kindern oder Jugendlichen arbeitest
- Schulung vor dem Start, etwa im Rettungsdienst, in der Hospizarbeit oder bei Menschen mit Demenz
- Einarbeitung und Absprachen im Team, bevor du allein arbeitest
- Versicherung der Einsatzstelle, sonst greifen nachrangig die Sammelverträge des Landes Berlin
- Auslagen und Aufwandsentschädigung, steuerfrei bis 960 Euro im Jahr
- Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg ab 200 Stunden im Jahr, nach mindestens einem Jahr Engagement
Anlaufstellen
| Anlaufstelle | Was du dort findest |
|---|---|
| Landesfreiwilligenagentur Berlin | Überverbandliches und weltanschaulich neutrales Kompetenzzentrum für Engagement in Berlin. Sie berät vor allem Organisationen und Ehrenamtskoordination und richtet jedes Frühjahr die Berliner Freiwilligenbörse aus. |
| LAGFA Berlin (Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Berlin) | Verbund der Berliner Freiwilligenagenturen, Freiwilligenzentren und Ehrenamtsbüros. Über die Seite findest du die Mitgliedsagenturen, die dich persönlich beraten und an Organisationen vermitteln. |
| Freiwilligenagentur Charisma (Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) | Freiwilligenagentur von Kirche und Diakonie mit Ehrenamtsberatung, Engagement-Datenbank, Ehrenamtsquiz und Fortbildungen für Freiwillige. Sie vermittelt in Einrichtungen in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz. |
- Bundesland
- Berlin
- Autor
- Johannes Max Harms
Wo finde ich ein Ehrenamt in Berlin?
Am schnellsten findest du ein Ehrenamt in Berlin über eine Freiwilligenagentur in deinem Bezirk. Die LAGFA Berlin ist der Verbund dieser Agenturen, Freiwilligenzentren und Ehrenamtsbüros und stellt ihre Mitglieder auf ihrer Website vor. Wer selbst ein Engagement sucht, soll sich laut LAGFA direkt bei den Mitgliedsagenturen melden. Dort wirst du persönlich beraten und an Vereine, Initiativen und Einrichtungen vermittelt.
Suchst du ein Ehrenamt im kirchlichen oder diakonischen Umfeld, ist die Freiwilligenagentur Charisma die passende Adresse. Sie gehört zum Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und führt eine eigene Engagement-Datenbank. Du kannst dort online stöbern oder direkt Kontakt aufnehmen und eine Ehrenamtsberatung vereinbaren. Für Menschen, die einfache Texte brauchen, gibt es die Seite auch in Leichter Sprache.
Die Landesfreiwilligenagentur Berlin arbeitet anders, denn sie berät vor allem Organisationen, Unternehmen und Ehrenamtskoordination. Für dich als Einzelperson ist ihr wichtigstes Angebot die Berliner Freiwilligenbörse, die sie seit 2008 jedes Frühjahr ausrichtet. Dort stellen Initiativen, Vereine und Verbände ihre Möglichkeiten zum Mitmachen an Messeständen vor. Wer noch unentschlossen ist, bekommt so an einem Tag einen breiten Überblick.
Welche Bereiche gibt es?
Die Bereiche reichen von Nachbarschaft und Integration über Umwelt und Klima bis zu Bildung, sozialen Diensten und Katastrophenschutz. Die LAGFA Berlin hat eigene Arbeitsgruppen zu Vielfalt, zu Klima und Umwelt und zu jungem Engagement. Daran siehst du, welche Themen die Berliner Agenturen gerade besonders beschäftigen. Unter „Engagiere Dich!“ bündelt der Verbund den Einstieg für Freiwillige.
Viele Engagements hängen an den Stadtteilen. Das Projekt „Lebendige Nachbarschaften“ der Landesfreiwilligenagentur unterstützt berlinweit Fachleute in Stadtteilzentren, Freiwilligenagenturen und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen. Für dich heißt das, dass es in Nachbarschaftshäusern und Stadtteilzentren oft Aufgaben gibt, die nah an deinem Alltag liegen. Frag bei deiner Bezirksagentur gezielt nach solchen Orten.
Die Freiwilligenagentur Charisma vermittelt in Einrichtungen von Kirche und Diakonie. Sie legt außerdem einen Schwerpunkt auf inklusives Ehrenamt, damit auch Menschen mit Behinderung ein passendes Engagement finden. Unternehmen können über Charisma einen Social Day oder längerfristiges Engagement ihrer Mitarbeitenden organisieren. Wenn du über deinen Arbeitgeber einsteigen willst, lohnt sich die Frage, ob es schon eine solche Kooperation gibt.
Wie kann ich mich für Frieden und Verständigung engagieren?
Für Verständigung engagierst du dich am direktesten dort, wo Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und Meinung zusammenkommen. Die Landesfreiwilligenagentur Berlin betreibt das Beratungsforum Engagement, das Ehrenamtskoordination in Unterkünften für Geflüchtete qualifiziert und vernetzt. In diesen Unterkünften entstehen Aufgaben, bei denen Begegnung im Mittelpunkt steht. Frag bei deiner Bezirksagentur nach, welche Unterkünfte in deiner Nähe Freiwillige suchen.
Auch gelebte Demokratie im Alltag gehört zur Friedensarbeit im Kleinen. Die LAGFA Berlin ist beim Mitmachfest zum Berliner Demokratietag dabei, und die Landesfreiwilligenagentur bietet Mitmachaktionen zum guten Miteinander bei unterschiedlichen Meinungen an. Dazu kommt ihr Fachkreis Diversitätsoffenheit, der Organisationen offener für vielfältige Freiwillige machen will. Solche Formate sind ein guter Ort, um Menschen zu treffen, die sich für Zusammenhalt in der Stadt einsetzen.
Wenn du ein eigenes Vorhaben hast, kannst du es auf W3ltfrieden als Friedensmission anlegen oder eine bestehende Mission unterstützen. Eine Mission beschreibt, was du vorhast, wer verantwortlich ist und wie der Verlauf dokumentiert wird. Ob es in Berlin schon passende Missionen gibt, siehst du in der Missionsübersicht. Über die Veröffentlichung entscheiden Menschen, kein Bot.
Wie viel Zeit muss ich mitbringen?
Wie viel Zeit du brauchst, hängt allein vom Engagement ab, das du wählst. Es gibt feste Aufgaben mit wöchentlichen Terminen und einmalige Einsätze bei Festen, Aktionstagen oder Übungen. Ein Beispiel ist die Katastrophenschutzübung der Berliner Feuerwehr, zu der die LAGFA Berlin Freiwillige aufgerufen hat. Solche Termine eignen sich gut, um ein Feld auszuprobieren, bevor du dich festlegst.
Sag in der Beratung offen, wie viele Stunden du realistisch einplanen kannst. Die Agenturen kennen die Erwartungen der Organisationen und können einschätzen, was zu deinem Alltag passt. Bei Charisma hilft dir das Ehrenamtsquiz schon vorab, deine eigenen Vorstellungen zu ordnen. So vermeidest du, dich gleich zu Beginn zu überlasten.
Plane neben der eigentlichen Tätigkeit etwas Zeit für Einarbeitung und Fortbildung ein. Charisma bietet eigene Fortbildungen für Ehrenamtliche an, und viele Einrichtungen führen neue Freiwillige erst ein, bevor sie allein arbeiten. Wer Menschen begleitet, braucht außerdem Zeit für Absprachen im Team. Diese Stunden gehören zum Ehrenamt dazu und machen die Aufgabe auf Dauer leichter.
Wenn du nur wenig Zeit hast, sind die Berliner Freiwilligenbörse und die Aktionstage der Agenturen ein guter Einstieg. Du lernst dort Organisationen kennen, ohne sofort eine feste Zusage zu geben. Viele Kontakte entstehen genau in solchen Gesprächen am Stand. Danach kannst du in Ruhe entscheiden, ob und wie oft du wiederkommst.
Quellen
- LAGFA Berlin: Verbund der Berliner Freiwilligenagenturen
- Landesfreiwilligenagentur Berlin: Beratung und Berliner Freiwilligenbörse
- LAGFA Berlin: Angebote für Engagierte
- Land Berlin: Erfrischungsgeld für Wahlhelfende
- Land Berlin: Berliner Freiwilligenbörse
- Land Berlin: Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg
- Land Berlin: Versicherungsschutz für Engagierte
- Bundeskanzleramt: Sechster Freiwilligensurvey (FWS 2024), Kurzbericht
- Einkommensteuergesetz, § 3 Nr. 26 und 26a (Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale)
In vier Schritten zum Ehrenamt
- Agentur in der Nähe suchenSuch dir über die LAGFA Berlin eine Mitgliedsagentur in deinem Bezirk heraus. Kurze Wege machen es leichter, ein Ehrenamt dauerhaft zu halten.
- Eigenen Typ klärenDas Ehrenamtsquiz der Freiwilligenagentur Charisma hilft dir, Motive und Vorlieben zu sortieren. Mit dem Ergebnis wird das Beratungsgespräch konkreter.
- Beraten lassenVereinbare ein Gespräch bei einer Agentur und nenne Zeit, Interessen und Grenzen. Die Beratung ist dafür da, Angebote in Ruhe gegeneinander abzuwägen.
- Freiwilligenbörse besuchenAuf der Berliner Freiwilligenbörse im Frühjahr lernst du viele Organisationen an einem Tag kennen. Sprich dort direkt mit den Menschen, die Freiwillige begleiten.
Weitere Städte
- Ehrenamt in HamburgHamburgIn Hamburg beraten Freiwilligenagenturen in den Bezirken und die Sozialbehörde, wer sich engagieren möchte, und zeigen, wo gerade Freiwillige gesucht werden
- Ehrenamt in LeipzigSachsenIn Leipzig führt der Weg ins Ehrenamt meist über die Freiwilligen-Agentur, ergänzt durch die Beratung und Messe der Stadt und die Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände
Häufige Fragen von Freiwilligen in Berlin
Wie bewirbt man sich in Berlin als Freiwilliger?
Eine förmliche Bewerbung brauchst du nicht. Die LAGFA Berlin empfiehlt zwei Schritte: Lass dich zuerst bei einer Freiwilligenagentur deiner Wahl beraten, dann stöbere auf der Berliner Engagementplattform in den Angeboten aus allen Agenturen. Dort nimmst du direkt Kontakt zur Einsatzstelle auf. Zur LAGFA gehören 15 Mitglieder, von Willma in Friedrichshain-Kreuzberg bis zur Spandauer Freiwilligenagentur.
Das frühere Landesportal bürgeraktiv ist abgeschaltet. Sein Nachfolger engagiertes.berlin bietet Informationen zu Fördermitteln, Weiterbildungen und Räumen, vermittelt aber ausdrücklich keine Ehrenämter. Für die Suche nach einer Aufgabe sind deshalb die Agenturen und die Plattform der LAGFA der richtige Weg.
Was brauchen Freiwillige in Berlin?
Vor allem brauchst du Zeit, Verlässlichkeit und Interesse an der Aufgabe. Besondere Vorkenntnisse sind für viele Tätigkeiten nicht nötig, die Einsatzstellen arbeiten dich ein. Ein bestimmtes Alter ist meist nicht vorgeschrieben, für einige Aufgaben gelten aber Mindestalter, etwa 16 oder 18 Jahre. Wichtig ist, dass du ehrlich sagst, wie viel Zeit du hast, damit die Aufgabe zu deinem Alltag passt.
Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, muss in vielen Einrichtungen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Für Tätigkeiten im Rettungsdienst, in der Hospizarbeit oder in der Begleitung von Menschen mit Demenz gibt es oft eine Schulung vor dem ersten Einsatz. In Berlin klärt die Freiwilligenagentur deines Bezirks solche Fragen im Beratungsgespräch mit dir.
Bekommen Freiwillige in Berlin Geld?
Ein Ehrenamt ist grundsätzlich unbezahlt, viele Einsatzstellen erstatten aber Auslagen wie Fahrtkosten oder zahlen eine Aufwandsentschädigung. Seit dem 1. Januar 2026 ist eine solche Entschädigung bis 960 Euro im Jahr steuerfrei, das ist die Ehrenamtspauschale. Wer als Übungsleiter, Betreuer, künstlerisch oder in der Pflege tätig ist, kann die Übungsleiterpauschale von bis zu 3.300 Euro nutzen. Beide Pauschalen gelten nicht für dieselbe Tätigkeit zugleich.
Ein Beispiel für ein Ehrenamt mit fester Entschädigung ist die Mitarbeit im Wahllokal. Berlin zahlt dafür ein Erfrischungsgeld von bis zu 120 Euro für Wahlvorstehende und Schriftführende und bis zu 100 Euro bei der Briefwahlauszählung, dazu eine Aufwandsentschädigung für die Schulung.
Gibt es in Berlin eine Ehrenamtskarte?
Ja. Berlin und Brandenburg geben eine gemeinsame Ehrenamtskarte aus. Sie bekommst du, wenn du dich mindestens 200 Stunden im Jahr engagierst, das sind etwa vier Stunden pro Woche, und zwar seit mindestens einem Jahr. Das Engagement muss in Berlin oder Brandenburg stattfinden und darf nicht über die Erstattung von Auslagen hinaus bezahlt werden.
Die Karte ist ab Ausstellung drei Jahre gültig und bringt Vergünstigungen bei über 500 Partnern in beiden Ländern. Beantragt wird sie papierlos über die kostenlose Ehrenamtskarten-App, die Organisation deines Engagements bestätigt den Antrag. Engagierst du dich ohne feste Organisation, hilft dir die Freiwilligenagentur deines Bezirks weiter.
Sind Freiwillige in Berlin versichert?
In vielen Fällen schon über die gesetzliche Unfallversicherung, etwa wenn du in der Wohlfahrtspflege oder im Auftrag einer Kommune oder Kirchengemeinde tätig bist. Viele Vereine haben zusätzlich eigene Versicherungen. Frag beim ersten Gespräch nach, wie deine Einsatzstelle das regelt.
Für alle anderen hat das Land Berlin Sammelverträge abgeschlossen. Darüber sind Engagierte haftpflicht- und unfallversichert, die in Berlin freiwillig tätig sind oder deren Engagement von Berlin ausgeht. Die Haftpflichtversicherung gilt vor allem für Initiativen, Projekte und Gruppen ohne eigene Rechtsform und greift nachrangig, also nur, wenn kein anderer Schutz besteht. Eine Aufwandsentschädigung ändert daran nichts.
Gibt es in Berlin eine Freiwilligenbörse?
Ja. Die Berliner Freiwilligenbörse findet jedes Frühjahr in und vor dem Roten Rathaus statt, der Eintritt ist frei. An mindestens 100 Ständen stellen Initiativen, Vereine und Verbände ihre Möglichkeiten zum Mitmachen vor. Den Termin für das kommende Jahr veröffentlicht die Stadt auf berlin.de.
Wer selbst jemanden auszeichnen möchte: Der Senat verleiht jedes Jahr die Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement. Alle Bürgerinnen und Bürger dürfen Vorschläge machen, die Frist endet jeweils am 31. März.
Mit W3ltfrieden weitermachen
Du hast eine Idee für deine Stadt?
Mach daraus eine Friedensmission. Der Friedensmissions-Bot stellt dir fünf Fragen und formuliert einen ersten Entwurf. Veröffentlicht wird nichts, bevor Menschen es geprüft haben.
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W3ltfrieden befindet sich in der Aufbauphase. Auf der Unterstützungsseite findest du alle Wege, die Plattform und die ersten Missionen mitzutragen.