Frieden verstehen
Friedensnobelpreis: Vergabe, Nominierung und Geschichte
Wer den Preis vergibt, wer Kandidaten vorschlagen darf, wie ausgewählt wird und wann die Entscheidung fällt, erklärt aus den Angaben der Nobelstiftung
Das Wichtigste in Kürze
- Den Friedensnobelpreis vergibt das Norwegische Nobelkomitee in Oslo, fünf vom Parlament ernannte Mitglieder, nach dem Testament Alfred Nobels von 1895.
- Vorschlagen dürfen nur bestimmte Gruppen, etwa Abgeordnete, Regierungsmitglieder, Professorinnen und Professoren und frühere Ausgezeichnete. Die Frist endet am 31. Januar.
- Für 2026 hat das Nobelinstitut 287 Kandidaten registriert. Wer vorgeschlagen wurde und von wem, bleibt 50 Jahre lang geheim.
- Verkündet wird der Preis 2026 am Freitag, 9. Oktober, um 11 Uhr, verliehen am 10. Dezember im Rathaus von Oslo.
- Seit 1901 wurde er 106 Mal vergeben, an 112 Menschen und 31 Organisationen. In 19 Jahren blieb er aus.
In Zahlen
1901
erste Verleihung
an Henry Dunant und Frédéric Passy
143
Ausgezeichnete
112 Menschen und 31 Organisationen
19
Jahre ohne Preis
darunter beide Weltkriege
Vorschlag bis 31. Januar
Berechtigte wie Abgeordnete, Regierungsmitglieder, Professorinnen und Professoren oder frühere Ausgezeichnete reichen ihre Vorschläge bis Mitternacht ein.
Kurzliste
Das Komitee sichtet alle gültigen Vorschläge, darf in seiner ersten Sitzung eigene Namen ergänzen und wählt meist zwanzig bis dreißig Kandidaten aus.
Gutachten
Die ständigen Berater des Norwegischen Nobelinstituts prüfen die Kandidaten der Kurzliste. Dafür haben sie in der Regel einige Monate Zeit.
Entscheidung
Das Komitee berät die aussichtsreichsten Namen und entscheidet in einer der letzten Sitzungen, möglichst einstimmig, sonst mit Mehrheit.
Verkündung im Oktober
Das Komitee gibt seine Wahl Anfang Oktober in Oslo bekannt, 2026 am Freitag, 9. Oktober, um 11 Uhr.
Verleihung am 10. Dezember
Am Todestag Alfred Nobels erhalten die Ausgezeichneten Medaille, Urkunde und Preisgeld im Rathaus von Oslo.
- Organisationen31
- Menschen112
- 2016, Höchststand376
- 2024286
- 2025338
- 2026287
- Gestiftet von
- Alfred Nobel, Testament vom 27. November 1895
- Vergeben von
- Norwegisches Nobelkomitee, fünf vom Storting ernannte Mitglieder
- Verkündung
- Anfang Oktober in Oslo, 2026 am 9. Oktober
- Verleihung
- am 10. Dezember im Rathaus von Oslo
- Autor
- Johannes Max Harms
Was ist der Friedensnobelpreis?
Der Friedensnobelpreis ist einer der fünf Preise, die Alfred Nobel in seinem Testament vom 27. November 1895 gestiftet hat, neben Physik, Chemie, Medizin und Literatur. Den größten Teil seines Vermögens bestimmte er für Auszeichnungen an Menschen, die der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben. Seit 1901 wird der Preis vergeben.
Für den Friedenspreis nennt das Testament drei Maßstäbe. Er soll an die Person gehen, die am meisten oder am besten für die Verbrüderung der Völker gewirkt hat, für die Abschaffung oder Verringerung stehender Heere und für die Abhaltung und Förderung von Friedenskongressen. Diese drei Felder haben sich über die Jahrzehnte erweitert: Ausgezeichnet wurden auch humanitäre Hilfe, Menschenrechtsarbeit und Abrüstung.
Anders als die übrigen Nobelpreise kann der Friedenspreis auch an Organisationen gehen. Nach den Zahlen der Nobelstiftung haben ihn bisher 112 Menschen und 31 Organisationen erhalten. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wurde dreimal ausgezeichnet, 1917, 1944 und 1963, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen zweimal, 1954 und 1981.
Wer vergibt den Preis, und warum in Norwegen?
Über den Friedenspreis entscheidet das Norwegische Nobelkomitee in Oslo. Es besteht aus fünf Mitgliedern, die das norwegische Parlament, der Storting, ernennt. So hat es Alfred Nobel im Testament festgelegt: Die Preise für Physik und Chemie vergibt die Schwedische Akademie der Wissenschaften, den für Medizin das Karolinska-Institut, den für Literatur die Akademie in Stockholm und den für Frieden ein Ausschuss von fünf Personen, den der Storting wählt.
Warum Nobel den Friedenspreis nach Norwegen gab, hat er selbst nicht begründet. Zu seiner Zeit waren Schweden und Norwegen in einer Union verbunden, die erst 1905 endete. Das Komitee entscheidet seit der ersten Verleihung über diesen einen Preis, die übrigen werden in Stockholm vergeben.
In den ersten Jahren gab der Storting die Entscheidung selbst bekannt. Von 1901 bis 1904 wurde sie nach Angaben der Nobelstiftung in einer Sitzung des Parlaments am 10. Dezember verkündet, danach erfuhren die Ausgezeichneten schriftlich davon. Heute verkündet das Komitee seine Entscheidung im Oktober in Oslo.
Wer darf Kandidaten vorschlagen?
Vorschlagen darf nur, wer zu einem festgelegten Kreis gehört. Dazu zählen nach den Regeln der Nobelstiftung Mitglieder nationaler Parlamente und Regierungen souveräner Staaten sowie amtierende Staatsoberhäupter, Mitglieder des Internationalen Gerichtshofs und des Ständigen Schiedshofs in Den Haag, des Institut de Droit International und des internationalen Vorstands der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit.
Hinzu kommen Professorinnen und Professoren für Geschichte, Sozialwissenschaften, Recht, Philosophie, Theologie und Religion, Rektoren von Universitäten, die Leitungen von Instituten für Friedensforschung und Außenpolitik, frühere Ausgezeichnete, die Vorstände ausgezeichneter Organisationen sowie heutige und frühere Mitglieder und Berater des Komitees. Eine Bewerbung in eigener Sache wird nicht berücksichtigt.
Ein Vorschlag muss bis zum 31. Januar um Mitternacht eingehen. Die Mitglieder des Komitees dürfen noch in seiner ersten Sitzung nach Fristende eigene Namen hinzufügen. Wer vorgeschlagen wurde und von wem, bleibt nach den Statuten der Nobelstiftung 50 Jahre lang geheim.
Wie wählt das Komitee aus?
Nach Fristende sichtet das Komitee alle gültigen Vorschläge und stellt daraus eine Kurzliste zusammen. Sie umfasst nach Angaben des Komitees meist zwanzig bis dreißig Namen. Diese Kandidaten prüfen die ständigen Berater des Norwegischen Nobelinstituts, neben dem Direktor und dem Forschungsdirektor meist eine kleine Gruppe norwegischer Professorinnen und Professoren mit Fachwissen in Feldern, die den Preis berühren.
Für ihre Gutachten haben die Berater in der Regel einige Monate Zeit. Liegen die Berichte vor, berät das Komitee die aussichtsreichsten Kandidaten ausführlich. Entschieden wird erst in einer der letzten Sitzungen vor der Verkündung, möglichst einstimmig, sonst mit Mehrheit.
Weil die Unterlagen 50 Jahre lang verschlossen bleiben, sind Meldungen über Nominierte vor der Verkündung keine Auskunft des Komitees. Wer öffentlich erklärt, jemanden vorgeschlagen zu haben, belegt damit nur den eigenen Vorschlag, nicht dessen Gewicht im Verfahren. Ein Vorschlag ist weder eine Auszeichnung noch eine Vorentscheidung.
Wann wird verkündet, wann verliehen?
Verkündet wird die Entscheidung Anfang Oktober in Oslo. 2026 gibt das Komitee den Preis nach dem Kalender der Nobelstiftung am Freitag, 9. Oktober, um 11 Uhr bekannt. Die übrigen Nobelpreise werden in den Tagen davor und danach in Stockholm verkündet.
Verliehen wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, der 1896 starb. Die Feier fand von 1905 bis 1946 im Gebäude des Nobelinstituts statt, von 1947 bis 1989 in der Aula der Universität Oslo und seit 1990 im Rathaus von Oslo. Am selben Tag werden in Stockholm die übrigen Preise überreicht.
Zum Preis gehören eine Medaille, eine Urkunde und ein Preisgeld. Für 2026 hat die Nobelstiftung 12 Millionen schwedische Kronen je vollem Preis festgelegt. Teilen sich zwei oder drei Ausgezeichnete einen Preis, wird das Geld geteilt.
Welche Deutschen haben den Preis erhalten?
Der erste Deutsche war Gustav Stresemann. Der Außenminister erhielt den Preis 1926 gemeinsam mit dem französischen Außenminister Aristide Briand, das Komitee würdigte ihre entscheidende Rolle beim Zustandekommen der Verträge von Locarno. Ein Jahr später, 1927, ging der Preis an den Historiker und Pazifisten Ludwig Quidde, gemeinsam mit dem Franzosen Ferdinand Buisson, für ihren Beitrag zu einer öffentlichen Meinung in Frankreich und Deutschland, die friedliche Zusammenarbeit befürwortet.
Der Journalist Carl von Ossietzky erhielt den Preis für 1935, überreicht wurde er ein Jahr später, 1936. Das Komitee ehrte ihn für seine brennende Liebe zur Freiheit des Denkens und der Meinungsäußerung und seinen Beitrag zur Sache des Friedens. Albert Schweitzer, 1875 im damals deutschen Kaysersberg im Elsass geboren, erhielt den Preis für 1952.
Willy Brandt wurde 1971 als Bundeskanzler ausgezeichnet. Das Komitee begründete den Preis damit, dass er den Weg für einen sinnvollen Dialog zwischen Ost und West geebnet habe.
In welchen Jahren wurde kein Preis vergeben?
Neunzehn Mal hat das Komitee keinen Friedensnobelpreis vergeben: 1914 bis 1916, 1918, 1923, 1924, 1928, 1932, 1939 bis 1943, 1948, 1955 und 1956, 1966 und 1967 sowie 1972. Neun dieser Jahre fallen in die beiden Weltkriege, in denen nach Angaben der Nobelstiftung insgesamt weniger Nobelpreise vergeben wurden.
Die Grundlage steht in den Statuten der Nobelstiftung. Findet sich unter den geprüften Vorschlägen keiner, der dem Maßstab des Testaments entspricht, wird das Preisgeld bis zum folgenden Jahr zurückgestellt. Kann der Preis auch dann nicht vergeben werden, fließt der Betrag in die gebundenen Mittel der Stiftung. Ein Jahr ohne Preis ist also keine Panne, sondern eine vorgesehene Entscheidung.
Am bekanntesten ist das Jahr 1948. Mahatma Gandhi war 1937, 1938, 1939, 1947 und zuletzt kurz vor seiner Ermordung im Januar 1948 vorgeschlagen worden. Weil der Preis nicht nach dem Tod vergeben werden durfte, verzichtete das Komitee in diesem Jahr ganz und erklärte, es gebe keinen geeigneten lebenden Kandidaten. Seit 1974 schließen die Statuten eine Vergabe nach dem Tod aus, es sei denn, der Tod tritt nach der Verkündung ein. Der einzige nachträglich verliehene Friedensnobelpreis ging 1961 an den UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld.
Wer wurde bisher ausgezeichnet?
Von 1901 bis 2025 wurde der Friedensnobelpreis 106 Mal vergeben. 72 Mal ging er an eine einzige Person oder Organisation, 31 Mal teilten sich zwei Ausgezeichnete den Preis und drei Mal drei: 1994 Jassir Arafat, Schimon Peres und Jitzchak Rabin, 2011 Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkol Karman, 2022 Ales Bialiatski mit den Menschenrechtsorganisationen Memorial und Center for Civil Liberties. Mehr als drei Ausgezeichnete je Preis lassen die Statuten nicht zu.
Unter den 112 ausgezeichneten Menschen sind 20 Frauen. Die erste war 1905 Bertha von Suttner. Die jüngste Ausgezeichnete ist Malala Yousafzai, die den Preis 2014 mit 17 Jahren für ihren Einsatz für das Recht aller Kinder auf Bildung erhielt. Der älteste war Joseph Rotblat, der 1995 mit 86 Jahren für seine Bemühungen geehrt wurde, die Rolle von Atomwaffen in der internationalen Politik zu verringern.
Mehrere Ausgezeichnete waren zum Zeitpunkt der Vergabe in Haft. Die Nobelstiftung nennt Carl von Ossietzky 1935, Aung San Suu Kyi 1991, Liu Xiaobo 2010, Ales Bialiatski 2022 und Narges Mohammadi 2023. Ein verbreiteter Irrtum betrifft dagegen Winston Churchill: Er war für den Friedenspreis vorgeschlagen, erhielt 1953 aber den Nobelpreis für Literatur.
Alfred Nobel, Testament vom 27. November 1895, in deutscher Übersetzung
Ein Teil an die Person, die am meisten oder am besten für die Verbrüderung der Völker gewirkt hat, für die Abschaffung oder Verringerung stehender Heere und für die Abhaltung und Förderung von Friedenskongressen.
Quellen
- Nobelpreis: Facts on the Nobel Peace Prize
- Nobelpreis: Nomination and selection of peace prize laureates
- Nobelpreis: Full text of Alfred Nobel’s will
- Nobelpreis: Nobel Prize facts, Verleihungsorte und Bekanntgabe
- Nobelpreis: The Nobel Prize amounts
- Nobelpreis: Termine der Bekanntgabe 2026
- Norwegisches Nobelkomitee: Nominierung
- Nobelpreis: Gustav Stresemann, Friedensnobelpreis 1926
- Nobelpreis: Ludwig Quidde, Friedensnobelpreis 1927
- Nobelpreis: Carl von Ossietzky, Friedensnobelpreis 1935
- Nobelpreis: Albert Schweitzer, Friedensnobelpreis 1952
- Nobelpreis: Willy Brandt, Friedensnobelpreis 1971
- Norwegisches Nobelkomitee: Nomination, registrierte Kandidaten 2024 und 2025
- Nobelpreis: Theodore Roosevelt, Friedensnobelpreis 1906
- Nobelpreis: Woodrow Wilson, Friedensnobelpreis 1919
- Nobelpreis: Jimmy Carter, Friedensnobelpreis 2002
- Nobelpreis: Barack Obama, Friedensnobelpreis 2009
- Nobelpreis: Linus Pauling, Friedensnobelpreis 1962
- Nobelpreis: Le Duc Tho, Friedensnobelpreis 1973
Stationen des Preises
- 27. Nov. 1895Alfred Nobel unterschreibt sein Testament und stiftet fünf Preise, darunter den Friedenspreis.
- 10. Dez. 1896Nobel stirbt. Sein Todestag wird später zum Tag der Verleihung.
- 1901Erste Verleihung an Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes, und den Pazifisten Frédéric Passy.
- 1905Bertha von Suttner erhält den Preis als erste Frau.
- 1914 bis 1916Im Ersten Weltkrieg wird der Preis drei Jahre lang nicht vergeben, 1917 geht er an das Rote Kreuz.
- 1936Carl von Ossietzky erhält den Preis für 1935 nachträglich.
- 1939 bis 1943Im Zweiten Weltkrieg bleibt der Preis fünf Jahre in Folge unvergeben.
- 1948Keine Vergabe. Es gebe keinen geeigneten lebenden Kandidaten, erklärt das Komitee in dem Jahr, in dem Mahatma Gandhi ermordet wurde.
- 1971Willy Brandt wird für seine Politik des Dialogs zwischen Ost und West ausgezeichnet.
- 1990Die Feier zieht in das Rathaus von Oslo, wo sie bis heute stattfindet.
- 9. Okt. 2026Verkündung des diesjährigen Preises in Oslo, die Verleihung folgt am 10. Dezember.
Friedensschlüsse, für die der Preis verliehen wurde
- Das Abkommen von Camp DavidSeptember 1978 bis März 1979Dreizehn Tage ohne Öffentlichkeit, ein Vermittler, der die Beteiligten nicht gehen ließ, und am Ende der erste Frieden zwischen Israel und einem arabischen Staat
- Das KarfreitagsabkommenJuni 1996 bis Mai 1998Nach drei Jahrzehnten Gewalt einigten sich zwei Regierungen und acht Parteien auf eine Ordnung, über die anschließend die Bevölkerung abstimmte
- Der Versailler VertragJanuar 1919 bis Januar 1920Am 28. Juni 1919 unterzeichneten die Beteiligten im Spiegelsaal von Versailles einen Vertrag, den nur eine Seite ausgehandelt hatte. Daran entschied sich, wie lange er halten konnte
Häufige Fragen
Wann wird der Preis 2026 verkündet?
Das Norwegische Nobelkomitee verkündet den Preis 2026 am Freitag, 9. Oktober, um 11 Uhr in Oslo. Verliehen wird er am 10. Dezember.
Wie viel Geld bekommt man für den Friedensnobelpreis?
Für 2026 hat die Nobelstiftung das Preisgeld auf 12 Millionen schwedische Kronen je vollem Preis festgelegt. Teilen sich zwei oder drei Ausgezeichnete den Preis, wird der Betrag aufgeteilt. Dazu gehören eine Medaille und eine Urkunde.
Welche US-Präsidenten haben den Friedensnobelpreis erhalten?
Ausgezeichnet wurden Theodore Roosevelt 1906 für seine Rolle bei der Beendigung des Krieges zwischen Japan und Russland, Woodrow Wilson 1919 als Gründer des Völkerbunds, Jimmy Carter 2002 für jahrzehntelange Bemühungen um friedliche Lösungen internationaler Konflikte und Barack Obama 2009.
Bei Obama begründete das Komitee den Preis mit seinen außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken.
Wer hat den Nobelpreis zweimal bekommen?
Beim Friedenspreis wurden nur Organisationen mehrfach ausgezeichnet: das Internationale Komitee vom Roten Kreuz dreimal, 1917, 1944 und 1963, und das UN-Flüchtlingshilfswerk zweimal, 1954 und 1981. Linus Pauling erhielt zwei Nobelpreise in verschiedenen Fächern, 1954 den für Chemie und 1962 den Friedenspreis für seinen Kampf gegen das atomare Wettrüsten zwischen Ost und West.
War Adolf Hitler für den Friedensnobelpreis nominiert?
Ja, einmal, 1939. Der schwedische Abgeordnete E. G. C. Brandt reichte den Vorschlag nach Angaben der Nobelstiftung als satirische Kritik ein, weil mehrere Abgeordnete den britischen Premierminister Neville Chamberlain vorgeschlagen hatten. Brandt war Antifaschist und zog den Vorschlag mit einem Brief vom 1. Februar 1939 zurück.
Hat schon einmal jemand den Preis abgelehnt?
Ja, ein Mal. Der vietnamesische Politiker Le Duc Tho lehnte den Preis 1973 ab, den er gemeinsam mit Henry Kissinger für die Aushandlung eines Waffenstillstands in Vietnam erhalten sollte. Er erklärte, er könne ihn angesichts der Lage in Vietnam nicht annehmen.
Vom Preis zum eigenen Schritt
Hinter jedem Namen auf dieser Liste stehen Jahre, in denen Menschen an einer Sache drangeblieben sind, oft lange bevor jemand sie auszeichnete. Frieden beginnt selten auf einer Bühne in Oslo, sondern dort, wo du selbst etwas bewegen kannst: in deiner Nachbarschaft, deiner Schule, deinem Verein.
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