Weltkarte des Friedens
Welche Länder haben Atomwaffen?
Neun Staaten besitzen nach SIPRI Atomwaffen, zusammen rund 12.187 Sprengköpfe im Januar 2026. Welche Länder es sind, wie sich die Zahl seit 1986 entwickelt hat und was Verträge und nukleare Teilhabe dazu regeln
Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem SIPRI Yearbook 2026 besitzen neun Staaten Atomwaffen: die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel. Alle Zahlen sind Schätzungen.
- Der Gesamtbestand lag im Januar 2026 bei rund 12.187 Sprengköpfen, davon rund 9.745 im Militärbestand und rund 4.012 einsatzbereit. Auf die USA und Russland entfallen rund 83 Prozent der Militärbestände.
- Den Höchststand gab es 1986 mit rund 70.300 Sprengköpfen (FAS). Seitdem ist die Zahl stark gesunken, die einsatzbereiten Sprengköpfe stiegen von Januar 2025 bis Januar 2026 aber um rund 100.
- Im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO lagern nach SIPRI rund 100 bis 120 US-Bomben in fünf bis sechs europäischen Staaten, darunter Deutschland. Sie bleiben in US-Verwahrung.
In Zahlen
12.187
Atomsprengköpfe weltweit
Gesamtbestand im Januar 2026, nach SIPRI
9
Staaten mit Atomwaffen
nach SIPRI, Stand Januar 2026
83%
der Militärbestände
entfallen auf die USA und Russland
- Russland5.420
- USA5.042
- China620
- Frankreich370
- Großbritannien225
- Indien190
- Pakistan170
- Israel90
- Nordkorea60
Januar 2025
- Gesamtbestand
- 12.241
- Militärbestand
- 9.614
- Einsatzbereit
- 3.912
Januar 2026
- Gesamtbestand
- 12.187
- Militärbestand
- 9.745
- Einsatzbereit
- 4.012
- Höchststand 1986 (FAS)rund 70.300
- Januar 2025 (SIPRI)12.241
- Januar 2026 (SIPRI)12.187
- Datengrundlage
- SIPRI Yearbook 2026, Kapitel 8 „World nuclear forces“, Tabelle 8A.1
- Herausgeber
- Stockholm International Peace Research Institute, Solna
- Stand
- Januar 2026, alle Zahlen sind Schätzungen
- Lesart
- Einsatzbereit: auf Raketen oder Stützpunkten mit Einsatzverbänden. Militärbestand: einsatzbereit plus gelagert
- Autor
- Johannes Max Harms
Welche Länder haben Atomwaffen?
Nach dem SIPRI Yearbook 2026 besitzen neun Staaten Atomwaffen: die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel. In der Umgangssprache heißen sie auch Atommächte. Die Tabelle unten nennt für jeden Staat das Jahr des ersten Tests und die geschätzte Zahl der Sprengköpfe im Januar 2026.
Die Bestände unterscheiden sich stark. Russland (5.420) und die USA (5.042) kommen im Gesamtbestand zusammen auf 10.462 Sprengköpfe, alle übrigen sieben Staaten zusammen auf 1.725. Auf die USA und Russland entfallen rund 83 Prozent der Militärbestände, dieser Anteil sinkt laut SIPRI leicht.
SIPRI weist darauf hin, dass alle Zahlen Schätzungen sind. Die Staaten veröffentlichen ihre Bestände in der Regel nicht oder nur teilweise. Deshalb nennt die Tabelle neben dem Gesamtbestand auch die Teilgrößen einsatzbereit, gelagert und Militärbestand. Was Staaten allgemein für ihr Militär ausgeben, zeigt die Seite Militärausgaben weltweit.
Wie viele Atomwaffen gibt es auf der Welt?
SIPRI schätzt den Gesamtbestand im Januar 2026 auf 12.187 Sprengköpfe. Davon gehören 9.745 zum Militärbestand, also zu den Sprengköpfen, die einsatzbereit sind oder mit Vorbereitung eingesetzt werden könnten. Weitere 2.442 sind ausgemustert und warten auf den Abbau.
Rund 4.012 Sprengköpfe gelten als einsatzbereit, das heißt, sie sind auf Raketen oder an Stützpunkten mit Einsatzverbänden stationiert. Zwischen 2.100 und 2.200 davon sind nach SIPRI in hoher Alarmbereitschaft.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Bild gemischt: Der Gesamtbestand sank von 12.241 auf 12.187, der Militärbestand stieg um rund 130 und die Zahl der einsatzbereiten Sprengköpfe um rund 100. SIPRI weist darauf hin, dass der Abbau ausgemusterter Sprengköpfe sich verlangsamt und bald von neuen Sprengköpfen überholt werden könnte.
Wie hat sich die Zahl der Sprengköpfe seit 1986 entwickelt?
Den Höchststand der weltweiten Bestände beziffert die Federation of American Scientists (FAS) auf rund 70.300 Sprengköpfe im Jahr 1986. Der größte Teil des Rückgangs fand nach FAS in den 1990er Jahren statt. Bis Januar 2026 ist die Zahl nach SIPRI auf 12.187 gesunken, also um mehr als 58.000.
SIPRI hält in seinem Jahrbuch fest, dass die Zahl der Atomsprengköpfe weltweit weiter sinkt, aber nur deshalb, weil Russland und die USA ausgemusterte Sprengköpfe zerlegen. Die Militärbestände dagegen nehmen nach Einschätzung der FAS wieder zu. Ein Wachstum vermutet die FAS bei China, Indien, Nordkorea, Pakistan, Großbritannien und möglicherweise Russland.
1960 zogen in Norddeutschland zum ersten Mal Menschen über Ostern gegen Atomwaffen los, mehr dazu auf der Seite Ostermarsch. Wer Gewalt grundsätzlich ablehnt, spricht von Pazifismus. Wie sich Frieden messen lässt, beschreibt der Global Peace Index.
Was bedeutet nukleare Teilhabe?
Nukleare Teilhabe bezeichnet die Regelung, nach der die USA Atombomben in anderen NATO-Staaten lagern. Nach SIPRI handelt es sich um rund 100 bis 120 nicht-strategische Bomben auf sechs bis sieben Flugplätzen in fünf bis sechs Staaten: Belgien, Deutschland, Italien, den Niederlanden, der Türkei und möglicherweise Großbritannien. Die Bomben bleiben in US-Verwahrung.
Das Auswärtige Amt beschreibt die Haltung der Bundesregierung auf seiner Seite vom 1. Dezember 2023 so: Die F-35 sollten „im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO zum Einsatz kommen“. Der Atomwaffenverbotsvertrag stehe „in einem Spannungsverhältnis mit Verpflichtungen“ der NATO-Partner aus der nuklearen Teilhabe, der Nichtverbreitungsvertrag bleibe der „zentrale Handlungsrahmen“ für nukleare Abrüstung.
Eine zweite Regelung dieser Art beschreibt SIPRI für Russland und Belarus. Präsident Lukaschenko behauptete im Dezember 2024, dutzende russische Atomwaffen seien nach Belarus verlegt worden. Nach SIPRI gab es im Januar 2026 keinen eindeutigen öffentlich zugänglichen Bildbeleg dafür, dass dort Sprengköpfe und Personal stationiert sind. Im Dezember 2025 zeigte das russische Verteidigungsministerium die Rakete Oreshnik in Belarus.
Welche Verträge begrenzen Atomwaffen?
Der Atomwaffensperrvertrag (Nichtverbreitungsvertrag, NVV) wurde 1968 zur Unterzeichnung aufgelegt und trat 1970 in Kraft. Nach dem Büro der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen (UNODA) sind ihm 191 Staaten beigetreten, darunter die fünf Atomwaffenstaaten im Sinne des Vertrags. Den aktuellen Beitrittsstand dokumentiert die UN-Vertragsdatenbank.
Der Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) wurde am 7. Juli 2017 mit 122 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung angenommen. Er trat am 22. Januar 2021 in Kraft, nachdem am 24. Oktober 2020 die 50. Ratifikationsurkunde hinterlegt worden war. Nach der UN-Vertragsdatenbank hatte er am 23. Oktober 2026 96 Unterzeichner und 75 Vertragsparteien. Deutschland ist dem Vertrag nicht beigetreten.
Das Abkommen New START zwischen den USA und Russland ist nach SIPRI im Februar 2026 ohne Nachfolger ausgelaufen, der Datenaustausch dazu ist entfallen. Welche Pflichten sich aus den Verträgen für einzelne Staaten ergeben, klärt verbindlich die zuständige Stelle, in Deutschland das Auswärtige Amt.
Was zeigt die Uhr des Bulletin of the Atomic Scientists?
Das Bulletin of the Atomic Scientists stellt die sogenannte Doomsday Clock. Am 27. Januar 2026 rückte es sie auf 85 Sekunden vor Mitternacht, zuvor waren es 89 Sekunden. Nach Angaben des Bulletin ist das der geringste Abstand zu Mitternacht, den die Uhr je hatte.
Das Bulletin nennt als Gründe mehrere Risiken, darunter Atomwaffen, Klima, Biorisiken und künstliche Intelligenz. Die Uhr bildet die Einschätzung des Bulletin zum Stand Januar 2026 ab, spätere Änderungen sind hier nicht berücksichtigt.
Diese Seite nennt die Zahlen von SIPRI, FAS, UNODA, der UN-Vertragsdatenbank und des Auswärtigen Amts und wird mit der nächsten Ausgabe des SIPRI Yearbook aktualisiert.
SIPRI Yearbook 2026, Kapitel 8, übersetzt
Insgesamt sinkt die Zahl der Atomsprengköpfe weltweit weiter, aber nur deshalb, weil Russland und die USA ausgemusterte Sprengköpfe zerlegen.
Quellen
- SIPRI Yearbook 2026: World nuclear forces, Kapitel 8 (PDF)
- SIPRI: Pressemitteilung zum Yearbook 2026
- Federation of American Scientists: Status of World Nuclear Forces
- UNODA: Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen
- UNODA: Vertrag über das Verbot von Kernwaffen
- UN-Vertragsdatenbank: Vertrag über das Verbot von Kernwaffen
- Auswärtiges Amt: Abrüstung und Rüstungskontrolle
- Bulletin of the Atomic Scientists: Doomsday Clock
Die neun Staaten mit Atomwaffen im Januar 2026
| Staat | Erster Test | Einsatzbereit | Gelagert | Militärbestand | Gesamtbestand |
|---|---|---|---|---|---|
| USA | 1945 | 1.770 | 1.930 | 3.700 | 5.042 |
| Russland | 1949 | 1.796 | 2.604 | 4.400 | 5.420 |
| Großbritannien | 1952 | 120 | 105 | 225 | 225 |
| Frankreich | 1960 | 280 | 10 | 290 | 370 |
| China | 1964 | 34 | 586 | 620 | 620 |
| Indien | 1974 | 12 | 178 | 190 | 190 |
| Pakistan | 1998 | keine | 170 | 170 | 170 |
| Nordkorea | 2006 | keine | 60 | 60 | 60 |
| Israel | nicht angegeben | keine | 90 | 90 | 90 |
| Summe | 4.012 | 5.733 | 9.745 | 12.187 |
Quelle: SIPRI Yearbook 2026, Kapitel 8, Tabelle 8A.1, Stand Januar 2026. Alle Zahlen sind Schätzungen. Der Gesamtbestand enthält zusätzlich ausgemusterte Sprengköpfe, die noch nicht zerlegt sind. Bei China und Indien ist die Zahl der einsatzbereiten Sprengköpfe laut SIPRI mit erheblicher Unsicherheit behaftet.
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Weitere Fragen zu Atomwaffen
Hat Israel Atomwaffen?
SIPRI führt Israel in seiner Übersicht der Atomwaffenstaaten mit geschätzt 90 Sprengköpfen, alle gelagert und keine einsatzbereit. Ein Jahr des ersten Tests gibt SIPRI für Israel nicht an.
Wie bei allen Staaten der Tabelle handelt es sich um eine Schätzung des Instituts. Diese Seite folgt der SIPRI-Übersicht und bewertet das Handeln einzelner Staaten nicht.
Hat Iran Atomwaffen?
Iran steht nicht in der SIPRI-Tabelle der neun Staaten mit Atomwaffen (Stand Januar 2026). SIPRI schätzt dort nur für diese neun Staaten einen Bestand an Sprengköpfen.
Wo die Datenlage unsicher ist, kennzeichnet SIPRI das ausdrücklich. Bei China und Indien spricht das Institut von erheblicher Unsicherheit bei den einsatzbereiten Sprengköpfen. Beim Spaltmaterial Nordkoreas heißt es, es könne für mindestens 90 Sprengköpfe reichen, wahrscheinlich seien weniger montiert, etwa 60.
Hat Deutschland Atomwaffen?
Deutschland steht nicht unter den neun Staaten mit eigenen Atomwaffen. Nach SIPRI lagern aber US-Bomben auf Flugplätzen in Deutschland und in vier weiteren NATO-Staaten, möglicherweise auch in Großbritannien. Sie bleiben in US-Verwahrung. Das ist der Kern der nuklearen Teilhabe.
Das Auswärtige Amt schreibt auf seiner Seite vom 1. Dezember 2023, die F-35 sollten „im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO zum Einsatz kommen“, und: „Darum muss die nukleare Abschreckung der NATO glaubhaft bleiben.“ Neuere Aussagen sind in dieser Übersicht nicht berücksichtigt.
Hat Nordkorea Atomwaffen?
SIPRI schätzt den Bestand Nordkoreas im Januar 2026 auf rund 60 Sprengköpfe, alle gelagert. Als Jahr des ersten Tests nennt SIPRI 2006. Nach der Zählung der FAS gab es bisher sechs Tests.
Das Spaltmaterial des Landes könnte nach SIPRI für mindestens 90 Sprengköpfe reichen. Wahrscheinlich sind aber weniger montiert, deshalb die Schätzung von rund 60. Sie gilt, wie alle Werte der Tabelle, als Schätzung.
Wie viele Atomwaffen hat Russland?
Für Russland schätzt SIPRI im Januar 2026 einen Militärbestand von 4.400 Sprengköpfen, davon 1.796 einsatzbereit und 2.604 gelagert. Dazu kommen 1.020 ausgemusterte Sprengköpfe, die noch nicht zerlegt sind. Der Gesamtbestand liegt damit bei 5.420, dem höchsten Wert in der Tabelle.
Zu Belarus berichtet SIPRI, Präsident Lukaschenko habe im Dezember 2024 behauptet, dutzende russische Atomwaffen seien dorthin verlegt worden. Ein Depot bei Asipowitschi gilt als wahrscheinlichster Ort und wurde bis Ende 2025 stark ausgebaut. Einen eindeutigen öffentlich zugänglichen Bildbeleg dafür, dass dort Sprengköpfe und Personal stationiert sind, gab es nach SIPRI im Januar 2026 nicht.
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