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Frieden verstehen

Friedensnobelpreis: Vergabe, Nominierung und Geschichte

Wer den Preis vergibt, wer Kandidaten vorschlagen darf, wie ausgewählt wird und wann die Entscheidung fällt, erklärt aus den Angaben der Nobelstiftung

Das Wichtigste in Kürze

  • Den Friedensnobelpreis vergibt das Norwegische Nobelkomitee in Oslo, fünf vom Parlament ernannte Mitglieder, nach dem Testament Alfred Nobels von 1895.
  • Vorschlagen dürfen nur bestimmte Gruppen, etwa Abgeordnete, Regierungsmitglieder, Professorinnen und Professoren und frühere Ausgezeichnete. Die Frist endet am 31. Januar.
  • Für 2026 hat das Nobelinstitut 287 Kandidaten registriert. Wer vorgeschlagen wurde und von wem, bleibt 50 Jahre lang geheim.
  • Den Preis 2026 erhält Navi Pillay für ihre Bemühungen um Frieden und Völkerrecht, so das Komitee am 9. Oktober. Verliehen wird er am 10. Dezember im Rathaus von Oslo.
  • Seit 1901 wurde er 106 Mal vergeben, an 112 Menschen und 31 Organisationen. In 19 Jahren blieb er aus.

In Zahlen

1901

erste Verleihung

an Henry Dunant und Frédéric Passy

143

Ausgezeichnete

112 Menschen und 31 Organisationen

19

Jahre ohne Preis

darunter beide Weltkriege

Vom Vorschlag bis zur VerleihungQuelle: Nobelstiftung, Nomination and selection of peace prize laureates; Norwegisches Nobelkomitee
  1. Vorschlag bis 31. Januar

    Berechtigte wie Abgeordnete, Regierungsmitglieder, Professorinnen und Professoren oder frühere Ausgezeichnete reichen ihre Vorschläge bis Mitternacht ein.

  2. Kurzliste

    Das Komitee sichtet alle gültigen Vorschläge, darf in seiner ersten Sitzung eigene Namen ergänzen und wählt meist zwanzig bis dreißig Kandidaten aus.

  3. Gutachten

    Die ständigen Berater des Norwegischen Nobelinstituts prüfen die Kandidaten der Kurzliste. Dafür haben sie in der Regel einige Monate Zeit.

  4. Entscheidung

    Das Komitee berät die aussichtsreichsten Namen und entscheidet in einer der letzten Sitzungen, möglichst einstimmig, sonst mit Mehrheit.

  5. Verkündung im Oktober

    Das Komitee gibt seine Wahl Anfang Oktober in Oslo bekannt, 2026 am Freitag, 9. Oktober, um 11 Uhr.

  6. Verleihung am 10. Dezember

    Am Todestag Alfred Nobels erhalten die Ausgezeichneten Medaille, Urkunde und Preisgeld im Rathaus von Oslo.

Der einzige Nobelpreis, der auch an Organisationen geht143 Auszeichnungen von 1901 bis 2025, unter den 112 Menschen 20 Frauen. Quelle: Nobelstiftung, Facts on the Nobel Peace Prize
  • Organisationen31
  • Menschen112
Registrierte Kandidaten je JahrGültig vorgeschlagene Personen und Organisationen. Quelle: Nobelstiftung, Nomination and selection of peace prize laureates
  • 2016, Höchststand376
  • 2024286
  • 2025338
  • 2026287
Gestiftet von
Alfred Nobel, Testament vom 27. November 1895
Vergeben von
Norwegisches Nobelkomitee, fünf vom Storting ernannte Mitglieder
Verkündung
Anfang Oktober in Oslo, 2026 am 9. Oktober
Verleihung
am 10. Dezember im Rathaus von Oslo
Preisträgerin 2026
Navi Pillay

Was ist der Friedensnobelpreis?

Der Friedensnobelpreis ist einer der fünf Preise, die Alfred Nobel in seinem Testament vom 27. November 1895 gestiftet hat, neben Physik, Chemie, Medizin und Literatur. Den größten Teil seines Vermögens bestimmte er für Auszeichnungen an Menschen, die der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben. Seit 1901 wird der Preis vergeben.

Für den Friedenspreis nennt das Testament drei Maßstäbe. Er soll an die Person gehen, die am meisten oder am besten für die Verbrüderung der Völker gewirkt hat, für die Abschaffung oder Verringerung stehender Heere und für die Abhaltung und Förderung von Friedenskongressen. Diese drei Felder haben sich über die Jahrzehnte erweitert: Ausgezeichnet wurden auch humanitäre Hilfe, Menschenrechtsarbeit und Abrüstung.

Anders als die übrigen Nobelpreise kann der Friedenspreis auch an Organisationen gehen. Nach den Zahlen der Nobelstiftung haben ihn bisher 112 Menschen und 31 Organisationen erhalten. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wurde dreimal ausgezeichnet, 1917, 1944 und 1963, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen zweimal, 1954 und 1981.

Wer vergibt den Preis, und warum in Norwegen?

Über den Friedenspreis entscheidet das Norwegische Nobelkomitee in Oslo. Es besteht aus fünf Mitgliedern, die das norwegische Parlament, der Storting, ernennt. So hat es Alfred Nobel im Testament festgelegt: Die Preise für Physik und Chemie vergibt die Schwedische Akademie der Wissenschaften, den für Medizin das Karolinska-Institut, den für Literatur die Akademie in Stockholm und den für Frieden ein Ausschuss von fünf Personen, den der Storting wählt.

Warum Nobel den Friedenspreis nach Norwegen gab, hat er selbst nicht begründet. Zu seiner Zeit waren Schweden und Norwegen in einer Union verbunden, die erst 1905 endete. Das Komitee entscheidet seit der ersten Verleihung über diesen einen Preis, die übrigen werden in Stockholm vergeben.

In den ersten Jahren gab der Storting die Entscheidung selbst bekannt. Von 1901 bis 1904 wurde sie nach Angaben der Nobelstiftung in einer Sitzung des Parlaments am 10. Dezember verkündet, danach erfuhren die Ausgezeichneten schriftlich davon. Heute verkündet das Komitee seine Entscheidung im Oktober in Oslo.

Wer darf Kandidaten vorschlagen?

Vorschlagen darf nur, wer zu einem festgelegten Kreis gehört. Dazu zählen nach den Regeln der Nobelstiftung Mitglieder nationaler Parlamente und Regierungen souveräner Staaten sowie amtierende Staatsoberhäupter, Mitglieder des Internationalen Gerichtshofs und des Ständigen Schiedshofs in Den Haag, des Institut de Droit International und des internationalen Vorstands der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit.

Hinzu kommen Professorinnen und Professoren für Geschichte, Sozialwissenschaften, Recht, Philosophie, Theologie und Religion, Rektoren von Universitäten, die Leitungen von Instituten für Friedensforschung und Außenpolitik, frühere Ausgezeichnete, die Vorstände ausgezeichneter Organisationen sowie heutige und frühere Mitglieder und Berater des Komitees. Eine Bewerbung in eigener Sache wird nicht berücksichtigt.

Ein Vorschlag muss bis zum 31. Januar um Mitternacht eingehen. Die Mitglieder des Komitees dürfen noch in seiner ersten Sitzung nach Fristende eigene Namen hinzufügen. Wer vorgeschlagen wurde und von wem, bleibt nach den Statuten der Nobelstiftung 50 Jahre lang geheim.

Wie wählt das Komitee aus?

Nach Fristende sichtet das Komitee alle gültigen Vorschläge und stellt daraus eine Kurzliste zusammen. Sie umfasst nach Angaben des Komitees meist zwanzig bis dreißig Namen. Diese Kandidaten prüfen die ständigen Berater des Norwegischen Nobelinstituts, neben dem Direktor und dem Forschungsdirektor meist eine kleine Gruppe norwegischer Professorinnen und Professoren mit Fachwissen in Feldern, die den Preis berühren.

Für ihre Gutachten haben die Berater in der Regel einige Monate Zeit. Liegen die Berichte vor, berät das Komitee die aussichtsreichsten Kandidaten ausführlich. Entschieden wird erst in einer der letzten Sitzungen vor der Verkündung, möglichst einstimmig, sonst mit Mehrheit.

Weil die Unterlagen 50 Jahre lang verschlossen bleiben, sind Meldungen über Nominierte vor der Verkündung keine Auskunft des Komitees. Wer öffentlich erklärt, jemanden vorgeschlagen zu haben, belegt damit nur den eigenen Vorschlag, nicht dessen Gewicht im Verfahren. Ein Vorschlag ist weder eine Auszeichnung noch eine Vorentscheidung.

Wann wird verkündet, wann verliehen?

Verkündet wird die Entscheidung Anfang Oktober in Oslo. 2026 gab das Komitee den Preis am Freitag, 9. Oktober, um 11 Uhr bekannt: Er geht an Navi Pillay. Die übrigen Nobelpreise werden in den Tagen davor und danach in Stockholm verkündet.

Verliehen wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, der 1896 starb. Die Feier fand von 1905 bis 1946 im Gebäude des Nobelinstituts statt, von 1947 bis 1989 in der Aula der Universität Oslo und seit 1990 im Rathaus von Oslo. Am selben Tag werden in Stockholm die übrigen Preise überreicht.

Zum Preis gehören eine Medaille, eine Urkunde und ein Preisgeld. Für 2026 hat die Nobelstiftung 12 Millionen schwedische Kronen je vollem Preis festgelegt. Teilen sich zwei oder drei Ausgezeichnete einen Preis, wird das Geld geteilt.

Welche Deutschen haben den Preis erhalten?

Der erste Deutsche war Gustav Stresemann. Der Außenminister erhielt den Preis 1926 gemeinsam mit dem französischen Außenminister Aristide Briand, das Komitee würdigte ihre entscheidende Rolle beim Zustandekommen der Verträge von Locarno. Ein Jahr später, 1927, ging der Preis an den Historiker und Pazifisten Ludwig Quidde, gemeinsam mit dem Franzosen Ferdinand Buisson, für ihren Beitrag zu einer öffentlichen Meinung in Frankreich und Deutschland, die friedliche Zusammenarbeit befürwortet.

Der Journalist Carl von Ossietzky erhielt den Preis für 1935, überreicht wurde er ein Jahr später, 1936. Das Komitee ehrte ihn für seine brennende Liebe zur Freiheit des Denkens und der Meinungsäußerung und seinen Beitrag zur Sache des Friedens. Albert Schweitzer, 1875 im damals deutschen Kaysersberg im Elsass geboren, erhielt den Preis für 1952.

Willy Brandt wurde 1971 als Bundeskanzler ausgezeichnet. Das Komitee begründete den Preis damit, dass er den Weg für einen sinnvollen Dialog zwischen Ost und West geebnet habe.

In welchen Jahren wurde kein Preis vergeben?

Neunzehn Mal hat das Komitee keinen Friedensnobelpreis vergeben: 1914 bis 1916, 1918, 1923, 1924, 1928, 1932, 1939 bis 1943, 1948, 1955 und 1956, 1966 und 1967 sowie 1972. Neun dieser Jahre fallen in die beiden Weltkriege, in denen nach Angaben der Nobelstiftung insgesamt weniger Nobelpreise vergeben wurden.

Die Grundlage steht in den Statuten der Nobelstiftung. Findet sich unter den geprüften Vorschlägen keiner, der dem Maßstab des Testaments entspricht, wird das Preisgeld bis zum folgenden Jahr zurückgestellt. Kann der Preis auch dann nicht vergeben werden, fließt der Betrag in die gebundenen Mittel der Stiftung. Ein Jahr ohne Preis ist also keine Panne, sondern eine vorgesehene Entscheidung.

Am bekanntesten ist das Jahr 1948. Mahatma Gandhi war 1937, 1938, 1939, 1947 und zuletzt kurz vor seiner Ermordung im Januar 1948 vorgeschlagen worden. Weil der Preis nicht nach dem Tod vergeben werden durfte, verzichtete das Komitee in diesem Jahr ganz und erklärte, es gebe keinen geeigneten lebenden Kandidaten. Seit 1974 schließen die Statuten eine Vergabe nach dem Tod aus, es sei denn, der Tod tritt nach der Verkündung ein. Der einzige nachträglich verliehene Friedensnobelpreis ging 1961 an den UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld.

Wer wurde bisher ausgezeichnet?

Von 1901 bis 2025 wurde der Friedensnobelpreis 106 Mal vergeben. 72 Mal ging er an eine einzige Person oder Organisation, 31 Mal teilten sich zwei Ausgezeichnete den Preis und drei Mal drei: 1994 Jassir Arafat, Schimon Peres und Jitzchak Rabin, 2011 Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkol Karman, 2022 Ales Bialiatski mit den Menschenrechtsorganisationen Memorial und Center for Civil Liberties. Mehr als drei Ausgezeichnete je Preis lassen die Statuten nicht zu.

Unter den 112 ausgezeichneten Menschen sind 20 Frauen. Die erste war 1905 Bertha von Suttner. Die jüngste Ausgezeichnete ist Malala Yousafzai, die den Preis 2014 mit 17 Jahren für ihren Einsatz für das Recht aller Kinder auf Bildung erhielt. Der älteste war Joseph Rotblat, der 1995 mit 86 Jahren für seine Bemühungen geehrt wurde, die Rolle von Atomwaffen in der internationalen Politik zu verringern.

Mehrere Ausgezeichnete waren zum Zeitpunkt der Vergabe in Haft. Die Nobelstiftung nennt Carl von Ossietzky 1935, Aung San Suu Kyi 1991, Liu Xiaobo 2010, Ales Bialiatski 2022 und Narges Mohammadi 2023. Ein verbreiteter Irrtum betrifft dagegen Winston Churchill: Er war für den Friedenspreis vorgeschlagen, erhielt 1953 aber den Nobelpreis für Literatur.

Alfred Nobel, Testament vom 27. November 1895, in deutscher Übersetzung

Ein Teil an die Person, die am meisten oder am besten für die Verbrüderung der Völker gewirkt hat, für die Abschaffung oder Verringerung stehender Heere und für die Abhaltung und Förderung von Friedenskongressen.

Stationen des Preises

  1. 27. Nov. 1895Alfred Nobel unterschreibt sein Testament und stiftet fünf Preise, darunter den Friedenspreis.
  2. 10. Dez. 1896Nobel stirbt. Sein Todestag wird später zum Tag der Verleihung.
  3. 1901Erste Verleihung an Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes, und den Pazifisten Frédéric Passy.
  4. 1905Bertha von Suttner erhält den Preis als erste Frau.
  5. 1914 bis 1916Im Ersten Weltkrieg wird der Preis drei Jahre lang nicht vergeben, 1917 geht er an das Rote Kreuz.
  6. 1936Carl von Ossietzky erhält den Preis für 1935 nachträglich.
  7. 1939 bis 1943Im Zweiten Weltkrieg bleibt der Preis fünf Jahre in Folge unvergeben.
  8. 1948Keine Vergabe. Es gebe keinen geeigneten lebenden Kandidaten, erklärt das Komitee in dem Jahr, in dem Mahatma Gandhi ermordet wurde.
  9. 1971Willy Brandt wird für seine Politik des Dialogs zwischen Ost und West ausgezeichnet.
  10. 1990Die Feier zieht in das Rathaus von Oslo, wo sie bis heute stattfindet.
  11. 9. Okt. 2026Navi Pillay erhält den Preis für ihre Bemühungen um Frieden und Völkerrecht, die Verleihung folgt am 10. Dezember.

Alle Friedensnobelpreisträger von 1901 bis 2026

Von 1901 bis 2026 wurde der Friedensnobelpreis in 107 Jahren vergeben, 144 Mal an Menschen und Organisationen. In 19 Jahren blieb er aus. Personen mit eigenem Porträt sind verlinkt.

2020er Jahre
JahrAusgezeichnet
2020Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen
2021Maria Ressa, Dmitri Muratow
2022Ales Bialiatski, Memorial, Zentrum für bürgerliche Freiheiten
2023Narges Mohammadi
2024Nihon Hidankyo
2025Maria Corina Machado
2026Navi Pillay
2010er Jahre
JahrAusgezeichnet
2010Liu Xiaobo
2011Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee, Tawakkol Karman
2012Europäische Union
2013Organisation für das Verbot chemischer Waffen
2014Kailash Satyarthi, Malala Yousafzai
2015Quartett für den nationalen Dialog in Tunesien
2016Juan Manuel Santos
2017Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN)
2018Denis Mukwege, Nadia Murad
2019Abiy Ahmed Ali
2000er Jahre
JahrAusgezeichnet
2000Kim Dae-jung
2001Vereinte Nationen, Kofi Annan
2002Jimmy Carter
2003Shirin Ebadi
2004Wangari Maathai
2005Internationale Atomenergie-Organisation, Mohammed el-Baradei
2006Muhammad Yunus, Grameen Bank
2007Weltklimarat (IPCC), Al Gore
2008Martti Ahtisaari
2009Barack H. Obama
1990er Jahre
JahrAusgezeichnet
1990Michail Gorbatschow
1991Aung San Suu Kyi
1992Rigoberta Menchú Tum
1993Nelson Mandela, F.W. de Klerk
1994Jassir Arafat, Schimon Peres, Jitzchak Rabin
1995Joseph Rotblat, Pugwash-Konferenzen für Wissenschaft und Weltangelegenheiten
1996Carlos Filipe Ximenes Belo, José Ramos-Horta
1997Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen, Jody Williams
1998John Hume, David Trimble
1999Ärzte ohne Grenzen
1980er Jahre
JahrAusgezeichnet
1980Adolfo Pérez Esquivel
1981Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)
1982Alva Myrdal, Alfonso García Robles
1983Lech Wałęsa
1984Desmond Tutu
1985Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW)
1986Elie Wiesel
1987Oscar Arias Sánchez
1988Friedenstruppen der Vereinten Nationen
1989Der 14. Dalai Lama
1970er Jahre
JahrAusgezeichnet
1970Norman Borlaug
1971Willy Brandt
1972nicht vergeben
1973Henry Kissinger, Le Duc Tho
1974Seán MacBride, Eisaku Satō
1975Andrei Sacharow
1976Betty Williams, Mairead Corrigan
1977Amnesty International
1978Anwar as-Sadat, Menachem Begin
1979Mutter Teresa
1960er Jahre
JahrAusgezeichnet
1960Albert Lutuli
1961Dag Hammarskjöld
1962Linus Pauling
1963Internationales Komitee vom Roten Kreuz, Liga der Rotkreuzgesellschaften
1964Martin Luther King Jr.
1965Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)
1966nicht vergeben
1967nicht vergeben
1968René Cassin
1969Internationale Arbeitsorganisation
1950er Jahre
JahrAusgezeichnet
1950Ralph Bunche
1951Léon Jouhaux
1952Albert Schweitzer
1953George C. Marshall
1954Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)
1955nicht vergeben
1956nicht vergeben
1957Lester Bowles Pearson
1958Georges Pire
1959Philip Noel-Baker
1940er Jahre
JahrAusgezeichnet
1940nicht vergeben
1941nicht vergeben
1942nicht vergeben
1943nicht vergeben
1944Internationales Komitee vom Roten Kreuz
1945Cordell Hull
1946Emily Greene Balch, John R. Mott
1947Friends Service Council, American Friends Service Committee
1948nicht vergeben
1949Lord Boyd Orr
1930er Jahre
JahrAusgezeichnet
1930Nathan Söderblom
1931Jane Addams, Nicholas Murray Butler
1932nicht vergeben
1933Sir Norman Angell
1934Arthur Henderson
1935Carl von Ossietzky
1936Carlos Saavedra Lamas
1937Robert Cecil, Viscount Cecil of Chelwood
1938Internationales Nansen-Büro für Flüchtlinge
1939nicht vergeben
1920er Jahre
JahrAusgezeichnet
1920Léon Bourgeois
1921Hjalmar Branting, Christian Lange
1922Fridtjof Nansen
1923nicht vergeben
1924nicht vergeben
1925Sir Austen Chamberlain, Charles G. Dawes
1926Aristide Briand, Gustav Stresemann
1927Ferdinand Buisson, Ludwig Quidde
1928nicht vergeben
1929Frank B. Kellogg
1910er Jahre
JahrAusgezeichnet
1910Ständiges Internationales Friedensbüro
1911Tobias Asser, Alfred Fried
1912Elihu Root
1913Henri La Fontaine
1914nicht vergeben
1915nicht vergeben
1916nicht vergeben
1917Internationales Komitee vom Roten Kreuz
1918nicht vergeben
1919Woodrow Wilson
1900er Jahre
JahrAusgezeichnet
1901Henry Dunant, Frédéric Passy
1902Élie Ducommun, Albert Gobat
1903Randal Cremer
1904Institut für Internationales Recht
1905Bertha von Suttner
1906Theodore Roosevelt
1907Ernesto Teodoro Moneta, Louis Renault
1908Klas Pontus Arnoldson, Fredrik Bajer
1909Auguste Beernaert, Paul Henri d’Estournelles de Constant

Quelle: Nobelstiftung, Nobel Prize API, Abruf am 9. Oktober 2026

Häufige Fragen

Wer erhält den Friedensnobelpreis 2026?

Der Friedensnobelpreis 2026 geht an Navi Pillay. Das Norwegische Nobelkomitee gab die Entscheidung am Freitag, 9. Oktober, in Oslo bekannt und begründete sie mit ihren Bemühungen um Frieden und Völkerrecht. Verliehen wird der Preis am 10. Dezember im Rathaus von Oslo.

Wie viel Geld bekommt man für den Friedensnobelpreis?

Für 2026 hat die Nobelstiftung das Preisgeld auf 12 Millionen schwedische Kronen je vollem Preis festgelegt. Teilen sich zwei oder drei Ausgezeichnete den Preis, wird der Betrag aufgeteilt. Dazu gehören eine Medaille und eine Urkunde.

Welche US-Präsidenten haben den Friedensnobelpreis erhalten?

Ausgezeichnet wurden Theodore Roosevelt 1906 für seine Rolle bei der Beendigung des Krieges zwischen Japan und Russland, Woodrow Wilson 1919 als Gründer des Völkerbunds, Jimmy Carter 2002 für jahrzehntelange Bemühungen um friedliche Lösungen internationaler Konflikte und Barack Obama 2009.

Bei Obama begründete das Komitee den Preis mit seinen außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken.

Wer hat den Nobelpreis zweimal bekommen?

Beim Friedenspreis wurden nur Organisationen mehrfach ausgezeichnet: das Internationale Komitee vom Roten Kreuz dreimal, 1917, 1944 und 1963, und das UN-Flüchtlingshilfswerk zweimal, 1954 und 1981. Linus Pauling erhielt zwei Nobelpreise in verschiedenen Fächern, 1954 den für Chemie und 1962 den Friedenspreis für seinen Kampf gegen das atomare Wettrüsten zwischen Ost und West.

War Adolf Hitler für den Friedensnobelpreis nominiert?

Ja, einmal, 1939. Der schwedische Abgeordnete E. G. C. Brandt reichte den Vorschlag nach Angaben der Nobelstiftung als satirische Kritik ein, weil mehrere Abgeordnete den britischen Premierminister Neville Chamberlain vorgeschlagen hatten. Brandt war Antifaschist und zog den Vorschlag mit einem Brief vom 1. Februar 1939 zurück.

Hat schon einmal jemand den Preis abgelehnt?

Ja, ein Mal. Der vietnamesische Politiker Le Duc Tho lehnte den Preis 1973 ab, den er gemeinsam mit Henry Kissinger für die Aushandlung eines Waffenstillstands in Vietnam erhalten sollte. Er erklärte, er könne ihn angesichts der Lage in Vietnam nicht annehmen.

Vom Preis zum eigenen Schritt

Hinter jedem Namen auf dieser Liste stehen Jahre, in denen Menschen an einer Sache drangeblieben sind, oft lange bevor jemand sie auszeichnete. Frieden beginnt selten auf einer Bühne in Oslo, sondern dort, wo du selbst etwas bewegen kannst: in deiner Nachbarschaft, deiner Schule, deinem Verein.

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